Umschalten auf hellen Hintergrund mit dunkler Schrift Umschalten auf dunklen Hintergrund mit heller Schrift
Pedro
Das Wunder des Augenblicks


Mitte/Ende Mai 1998 wurde Pedro geboren, doch sein Schicksal stand unter einem unglücklichen Stern - zuerst. Seine kurze Vorgeschichte ist unbekannt, doch leider sehr vertraut, ist sie doch die immer gleiche Geschichte - hier in Katalonien in der Provinz Barcelona/Bages - wie auch überhaupt.

Unerwünschte Welpen werden getötet oder ausgesetzt. Pedro traf das letztere Schicksal. Man entsorgte ihn und seine drei Geschwister in einem Müllcontainer in der Nähe des Tierheims Manresa, wohin er dann im heißen Monat Juni auch bebracht wurde. Völlig verhungert und verdurstet und von Zecken fast blutleer gesaugt, erlitt er so das gleiche Schicksal wie seine Geschwister und die vielen vielen herrenlosen entsorgten Welpen, die ebenfalls in die Aufnahmestation des Tierheim Manresa gelangen (wenn sie Glück haben). Der Welpenfluss bremst nie ab und die, die sich dann in den Zwingern wiederfinden, erhalten zum ersten mal in ihren kurzen Leben die Chance auf Leben und eine Hoffnung auf eine Zukunft als Hund ...

Pedro hatte genau 28 Zecken, als er sich mit seinen Geschwistern in einem Zwinger wiederfand, wo er wenigstens trinken konnte und er Trockenfutter bekam. Doch das Tierheim war zu dem Zeitpunkt völlig überfüllt und Pedro war schwach, der Schwächste von allen. Völlig verstört drängte er sich fort von allen, gefangen in seiner Angst. Die anderen Welpen drängten ihn fort von Wasser und Futter, verstört verharrte er in dem Zwinger, nicht wissend, was geschehen würde.

Und dann geschah ein Wunder, so muss es für ihn gewesen sein, denn vor seinem Zwinger blieb eine junge Frau stehen und sah ihn still an. Die anderen Welpen kämpften um die Gunst des freundlichen Gesichts, Pedro aber zog sich voller Furcht zurück, ließ aber die Augen der jungen Frau keine Sekunde aus den seinen. Und das war es dann, das Wunder was geschehen kann, wenn man überhaupt nicht darauf vorbereitet ist. Ein Augenblick kann ausreichen ein ganzes Leben zu verändern. So geschah es in jenem Augenblick, als sich die blauen Augen der jungen Frau mit den braunen von Pedro verbanden.


Pedro in Düsseldorf

Pedro hatte dann mich und vor allem hatte er Herro, meinen ruhigen lieben türkischen Strandhund, der Pedros großes Vorbild in allem wurde. Und als Welpe ist man sehr froh, wenn man sich an einem Vorbild orientieren kann. Das gibt sehr viel Sicherheit, vor allem wenn man ein sehr unsicherer Welpe ist ...

Und was das Leben dann bot, war wundervoll. Liebe, ein Zuhause, einen lieben verlässlichen Freund, viel viel gutes Futter und das jeden Tag, viele andere Hunde, Hundefreundschaften, hundefreundliche Menschen, weite Spaziergänge und alles im Geregelten - sich Wiederholenden ... Pedro lebte als Düsseldorfer Stadtwelpe so richtig auf, wuchs, stellte ein Ohr auf, das andere folgte dann so gut ein Jahr später.

Und zuerst wurde Pedro erst einmal sehr hässlich. Die Leute sagten: was haben Sie denn da für eine Ratte mit Fell drüber?

War auch so, muss sich ja erst einmal alles zurecht wachsen, was es dann auch tat, denn von heute auf morgen sagten die selben Leute: ach, haben Sie jetzt einen neuen Hund? Was haben Sie denn mit dem anderen Hässlichen gemacht?

Aus dem hässlichen Entlein war schier über Nacht ein schöner Schwan geworden. Wie so etwas passieren kann? Es passiert eben. Pedro hat das gar nicht mitbekommen, war er doch viel zu entzückt von seinem Leben und ist es ihm doch völlig egal, wie er aussieht. Er fühlt sich als ein geliebter glücklicher Hund, der weiß was er hat, steckt doch in ihm die Ahnung, dass es nicht immer so war. Er weicht mir niemals von der Seite, ist absolut folgsam, gehorcht als hätten wir das jahrelang geübt. So war es aber nicht, er gehorcht, weil es in ihm steckt es zu tun. Er will alles richtig machen und gefallen und so hat er schon als junger Welpe auf den leisesten Fingerwink gefolgt. Stets war er ohne Leine. Sie war einfach nicht nötig (also gut, zum Fototermin schon ...).





Pedro's Hundefreundschaften in Unterbilk am Rhein


Pedro liebt Hunde. Dementsprechend war er unter den Düsseldorfer Hundedamen sehr beliebt. Wo immer es etwas zu spielen gab, Pedro war mitten drin ... Doch auch die männlichen Vertreter seiner Art waren einem sozialverträglichem und sehr freundlichen Hund sehr zugetan ...

Diese sehr angenehme Eigenschaft hat ihn auch bis nach Spanien begleitet, denn wie das Schicksal so wollte, lebte Pedro nur 1 1/2 Jahre in Deutschland, ehe er zurück in seine Heimat zog.

Ein Jahr nachdem der armselige Welpe seine Heimat Katalonien verlassen hatte, besuchte Pedro als glänzend schwarzer, wunderschöner gesunder junger Hund seine Heimat wieder, allerdings nur im Urlaub. Wandern in den Pyrenäen ... Besuch des Tierheim Manresa ... Dies war sehr geschichtsträchtig, denn es sollte sein Leben erheblich verändern. Nicht einmal ein halbes Jahr danach zog Pedro zurück nach Spanien - in Begleitung seiner Liebsten, Herro und mir.


Nun, und da sind wir jetzt!


Autor:  © Ina Erwien    http://www.hundeschicksale.com




Leserbrief schreibenLeserbrief   Diese Geschichte an Freunde oder Bekannte weiterempfehlenWeiterempfehlen   Geschichte ausdruckenDrucken


© 2003/2004 www.tiergeschichten.de