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Neros Lokfahrt
Vom Wägeli- zum Lokiführer der SBB


Ich heisse Nero und bin als Baby im Alter von 8 Wochen zu meiner Familie im Bernbiet gekommen. Ich habe da auch eine liebe Katzenschwester und beste Freundin, das Miggeli. Nun bin ich schon im zweiten Lebensjahr und mache den Führerschein auf einem Fahrzeug, das mein Herrchen Willi extra für mich gebaut hat. Was ich sonst noch so kann, erzählt mein Frauchen Doris in der folgenden Geschichte.
Ach, und was ihr unbedingt noch wissen solltet, ehe die Geschichte losgeht: Mein Herrchen Willi ist von Beruf Lokomotivführer!

Bereits wenige Monate nach Neros's Geburt erkannte Doris seine Freude am "Wägäliziehen" und sofort wurde von Willy eine erste Zugmaschine gezimmert. Die Probefahrt verlief vielversprechend; Nero's Stolz und Begeisterung kannte keine Grenzen.



Als Nero eines Tages sein Herrchen von der Arbeit abholen durfte und er die grosse Loki sah, mit der Willi die vielen Wagen ziehen durfte, bekam Nero glänzende Augen.......


...genau eine solche Loki wollte Nero auch haben,aber zum Ziehen war dieses Ungetüm viel zu gross, das hat auch Nero eingesehen und er beobachtete die Handgriffe seines Herrchen.



Als Nero die geheimen Künste eines Lokführers begriffen hatte, wurde er von Willi zu seinem Nachfolger bestimmt. Die erste Probefahrt des jüngsten Lokführer Aspiranten der SBB wurde auf den 11. März 2002 festgelegt,aber vorgängig müssen die Vorschriften der SUVAL erfüllt sein.
Für Aspiranten ist das Tragen eines Schutzhelmes obligatorisch und in der Not - ein Schutzhelm für einen Hundekopf war nicht aufzutreiben - hat Doris ihr Salatsieb abgetreten.

Nun kann nichts mehr gegen die morgige Jungfernfahrt von Nero eingewendet werden.

Sicherheitshalber sollte morgen aber das gesamte Streckennetz der SBB gemieden werden.

Es war ein wunderbarer Tag heute. Vom Wetter her und von Neros und meinen Erlebnissen. Wie versprochen gebe ich Euch einen Tagesbericht.
Kaum ratterte der Wecker heute Morgen um drei Uhr, hatte ich schon etwas ganz nasses und kaltes in meinem Gesicht. Es war Neros Hundeschnauze.
Ein paar Sekunden später hörte ich auch schon Willi noch ganz verschlafen etwas murmeln. " Geh weg , Pfui Nero.
Um vier Uhr fuhren wir mit dem Auto ins Depot Thun wo wir gleich einen Güterzug übernehmen mussten.

Die Fahrt führte uns Richtung Bern. Leider war es noch viel zu dunkel um Fotos zu machen. Aber als wir vom Unterland wieder mit einem schweren Zug Richtung Wallis fuhren brach gerade der neue Tag an.

Ich habe ja im Leben schon viel Schönes erlebt, aber das übertraf meine Erwartungen enorm.

In einem schweren Güterzug Richtung Oberland zu fahren wenn der Tag anbricht , das muss man schon erlebt haben. Die Motoren hört man schön dröhnen und fast am Limit laufen und vorne wenn man zum Fenster hinausschaut sieht man die Sonne aufgehen zwischen Eiger und Mönch. Beim Fahren im Führerstand sieht man dann auch etwa Rehe und Füchse und andere Wildtiere. Alles ist noch Menschenleer . Man ist fast ganz alleine auf weiter Flur. Nero gab erst gegen Mittag Ruhe. Vorher wollte er immer aus allen Fenstern gleichzeitig hinausschauen. Etwa um 10 Uhr war er KO. Er döste nur noch vor sich hin. Und jetzt muss man ihn in seinem Bettchen suchen so müde ist er.



Autor: Doris Ehrsam    http://www.seniorinnen.ch/ph/nero/





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