Moritz neue Familie hat einen langgestreckten Garten und am hinteren Ende
gibt es einen größeren Teich und einen Grillplatz. An den ersten beiden Tagen betrat Moritz nur zögerlich und in unmittelbarer Nähe seiner Begleitung sein neues Reich. Aber am dritten Tag war der Bann gebrochen und er raste von oben nach unten, blieb dann erschöpft, aber mit glücklichen Augen liegen, um Luft zu holen und das ganze Spiel zu wiederholen. Dann entdeckte er den Teich und näherte sich vorsichtig der Wasseroberfläche erst mit der Nase, dann mit der Pfote. Plötzlich raste er wieder los, aber dieses Mal immer im Kreis um den Teich.
Moritz hatte ein neues Spiel erfunden: Teichkreisen. In den nächsten Tagen wurde er immer mutiger und lief auch schon mal durch das flache Wasser, so dass das Wasser nur so spritzte. Man sah dann von weitem, nur ein rasendes Etwas und ein Kreis von spritzenden Wasserfontänen.
Die jungen Leute entschlossen sich, eine Gartenparty zu machen.
Wie würde sich Moritz verhalten?
Nachdem man Tisch und Stühle auf der Rasenfläche platziert hatte, hatte Moritz schon was zu bellen. Hilfe, da steht was Fremdes! Da die anderen Familienmitglieder aber unbekümmert daran vorbei liefen, traute er sich dann doch näher heran und beschnüffelte es intensiv. Neben dem Gartentor stellte man vorsorglich eine Schüssel mit klein gebrochenen Kaustreifen (den einzigen von Moritz akzeptierten Leckerchen) und einige Bälle hin. Moritz war aufgeregt und rannte hin und her, als alle benötigten Sachen heraus getragen wurden.
Als die ersten Gäste kamen, fand er bald heraus, dass jeder Besucher etwas Leckeres für ihn hatte und passte dann wie ein Luchs auf, ob sich jemand dem Gartentor näherte. Sein aufgeregtes Bellen ersetzte die Klingel.
Es fanden sich auch genug Partygäste, die sich für Moritz aufs Ballwerfen einließen, mit dem Ergebnis, dass der Ball auch mal im Wasser des Teiches landete. Moritz sprang dann nach einigem Zögern doch todesmutig hinein, um ihn wieder herauszuholen. Ja und was macht ein nasser Hund? Genau, er schüttelt sich das Fell! So brauchten bald die ersten Gäste ein Handtuch, aber selber Schuld, der Hausherr hatte vorgewarnt.
Als die Party ruhiger wurde, verfiel Moritz auf ein neues Spiel, Brennholz aus dem Korb stibitzen. Da dann immer eine wilde Jagd nach den Holzscheiten stattfand, begeisterte ihn dieses Spiel besonders. Das Holz musste im ganzen Garten gesucht werden. Es war wie zu Ostern, aber anstatt Eier suchte man eben Holzscheite, um das Feuer am brennen zu halten.
Für den größten Spaß des Abends sorgte dann allerdings unfreiwillig ein später dazu gekommener Partygast. Die Schüssel mit den Leckerchen stand inzwischen auf dem Tisch, aber dieser Gast hatte nicht mehr mitbekommen, was sie enthielt und sich daraus bedient. Er meinte dann zu einem anderen Partygast, der ihn lachend nach dem Geschmack gefragt hatte: "Schmeckt nicht schlecht, nur ist es etwas zäh."
So weit ich weiß, hat er zu seiner kurz darauffolgenden Geburtstagsparty als
Gastgeschenk ein Paket mit Kaustreifen bekommen.