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Mein Freund - der Kettenhund


Er hat gleich hinter unserer Urlaubsbehausung sein Revier - angehängt mit einer nicht ganz zwei Meter langen Kette an einem Olivenbaum. Er hat den Job, das Hühnergehege unseres Vermieters Tag und Nacht zu bewachen. Sein Platz ist ein kreisrunder Fleck purer Erde mit einer ausgegrabenen Liegesenke, dekoriert mit einem schmutzigen und gesprungenen Wassereimer aus Plastik. Immer, wenn sich etwas Ungewöhnliches tut, springt der Aufpasser in die Kette und bellt. Das ist sein besch.... Leben.

Ich habe ihn oft besucht, mit ihm ein bisserl Deutsch geschwätzt, ihn gestreichelt und schnell seine Sympathie gewonnen. Dass wichtigste für ihn, er bekam zehn Tage lang eine Spezial-Luxus-Zusatz-Verpflegung mit unseren Speiseresten, mit Dosenfutter (bekommt man in großer Auswahl in jedem Supermarkt) und sauberem Frischwasser. Er hatte immer einen Heißhunger und der Teller war schon leer, bevor er den Boden berührte.

Ich weiß, was ich gemacht habe, ist nicht richtig! Aber was soll's? Mein Freund hat ein paar ungewöhnliche Tage gehabt und mir gezeigt, dass er mich mochte. Und ich habe mich zumindest mit der Tatsache trösten können, dass er als quasi "Haustier" wenigstens nicht permanent ums Überleben kämpfen muss.

Autor: Fritz Wagner    http://www.trampabout.de





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