Es war ein kalter, trüber und verregneter Herbsttag, als Sie zu uns kam.
Ein kleines, schwarzes Knäuel, vor Angst zitternd und uns mit ihren großen, braunen
Augen anschauend.
Schnell eingelebt, sauste sie wie ein Wirbelwind durch unsere Wohnung und gewann im Handumdrehen unsere Herzen.
Schon wenige Tage später wurde aus dem quicklebendigem Wirbelwind ein kleines Häufchen Elend.
Nichts mehr Fressend, nichts Saufend wurde sie immer weniger und apathischer. Die sonst strahlenden Augen traurig, das Fell glanzlos, der Blick mutlos.
Der Besuch beim Tierarzt - ein Schock.
Eine schlimme Viruskrankheit hatte von diesem bisschen Hund Besitz ergriffen und die Diagnose lautete: Überlebenschance für einen Welpen, gleich null!
Man riet uns, dieses bisschen Hund “umzutauschen”. Wie herzlos muss “Mensch” sein, um so von einem anderen Lebewesen zu reden.
Nein, dieses bisschen Hund war uns ans Herz gewachsen und wir beschlossen, zu kämpfen. ein Einstimmiges Urteil der ganzen Familie. Es folgten schlaflose Nächte und unzählige Tierarztbesuche.
Meist zwei am Tag. Füttern mit der Minispritze, einträufeln von Wasser, Pfützen in der Wohnung. Und dazu stetig steigende Tierarztkosten. Alles egal. Was zählt Geld, wenn es um ein Leben geht?
Ein Hund, sagen einige, ein Lebewesen - sagen wir.
Der Tierarzt machte wenig Hoffnung, tat alles erdenkliche und in seiner Macht stehende.
“Wenn Kessi die nächsten 72 Stunden übersteht, hat sie eine Chance.....”, waren seine Worte. “Aber.....”
Eine kleine Ewigkeit begann, das Zählen einzelner Stunden, umsorgen, versorgen, Fürsorgen, Sorgen.
Und immer stand uns der Tierarzt beiseite, selbst am Wochenende. Einen Dank dafür.
Die Stunden verrannen, eine nach der anderen. Langsam zwar, unendlich langsam, aber die Zeit verrann. 68 Stunden..., 70 Stunden...., 72 Stunden. Wieder ein besuch beim Tierarzt und dann der erste Hoffnungsschimmer. Jetzt hat sie eine Chance zu überleben. Kessi, das war jetzt ein winziges etwas Fell und Knochen, keine 600 Gramm mehr schwer. Aber Kessi hatte etwas, was selbst manchen Menschen fehlt: Einen unbändigen Lebenswillen.
Ja, sie hat es geschafft. Sie hat überlebt. Dank unserem Tierarzt und Dank unserer Liebe.
Unser Tierarzt sagte, die Medizin ist das eine, aber ohne all der Liebe und Fürsorge hätte Kessi nie überlebt. Es war nicht nur für uns das schönste Weihnachtsgeschenk, nein, auch unser Tierarzt war stolz auf den Erfolg. Denn, Kessi war der erste Welpe, den er kannte, der diese schlimme Krankheit überlebt hat. Überlebt mit der MACHT DER LIEBE !
Selbst der Tierarzt wird noch heute, sechs Jahre später, freudig begrüßt und Kessi dankt uns auf ihre Art - mit all ihrer Liebe, Treue und Anhänglichkeit.
Geschrieben von Herrchen
PS.: Einen ganz besonderen Dank an unseren Tierarzt Dr. Götze, Wolfsburg.