Moritz ist noch jung und braucht viel Bewegung, aber er kennt sich überhaupt nicht mit den für Hunde so unhöflichen Gewohnheiten der Menschen aus, schnell aneinander vorbei zu rennen. Schließlich hat ihm seine Mama beigebracht, dass man sich als höflicher Hund nur langsam, im Bogen gehend und uninteressiert am Boden schnüffelnd, anderen zu nähern hat.
Nun kommen in der Stadt ständig so komische, Krach machende Monster im schnellsten Tempo vorbei gerannt. Auch im Wald rasen die Menschen unhöflich schnell und sehr dicht aneinander vorbei. Häufig sausen auch so komische Gestelle, die Menschen nennen sie Fahrräder, von denen er wohl gar nicht weiß, was sie sind, vorbei.
Moritz ist entsetzt und tut seinen Unwillen laut bellend kund. Darüber scheint aber seine neue Familie nicht froh, denn sie sagen immer: „Nein, Moritz!“ und versuchen ihn, statt dessen zu sich zu locken. Aber Moritz lässt sich nicht von seiner Aufgabe, den unhöflichen Menschen das richtige Benehmen bei zu bringen, ablenken.
Leider haben aber einige Menschen Angst vor seinem lauten Gebell, d.h. vor allem vor den dann sichtbaren großen Zähnen und trauen sich nicht vorbei.
Frauchen ist ratlos.
Da hat Großmutter eine Idee. Sie geht ja auch gerne spazieren und mit der Begleitung einer schon etwas älteren Frau sieht der bellende Moritz nicht so gefährlich aus, meint sie.
Zur Vorsicht bewaffnet sich Großmutter mit einem Stockschirm, der dann immer wie ein Schild vor Moritz aufgespannt wird, wenn wieder so ein unhöflicher Mensch naht.
Die Sache wirkt, denn Moritz sieht nichts mehr und schweigt und hat gleichzeitig einen großen Maulkorb.
Da Frauchen mit Moritz fleißig in der Hundeschule übt, werden die Spaziergänge wohl hoffentlich bald auch ohne Großmutters Schild (Schirm) gemacht werden können.