Im Januar 01 ist unsere liebe Teddy nach 15,5 Jahren eingeschlafen. Es war eine wunderschöne Zeit mit ihr und wir waren sehr traurig. Teddy war eine Tibetterriermischlingshündin, die ins Tierheim sollte, aber dann mit 1,5 Jahren zu uns kam.
Zuerst wollte ich keinen Hund mehr.
Aber nach drei Wochen habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin dann hier bei uns in verschiedenen Tierheimen gewesen, habe aber keinen kleinen Hund gefunden. Zu der Zeit waren die Tierheime belegt mit großen Hunden (und sind es ja auch immer noch) u.a. wg. der Hundeverordnung.
Und ein kleiner Hund sollte es sein, weil ich sehr schlecht laufen kann und immer mit dem Dreirad unterwegs bin. Es ist nämlich nicht einfach ein Dreirad und einen großen Hund hier durch den Stadtverkehr zu bringen.
Also habe ich im Internet gesucht.
Und dann war Conchi auf der Homepage der Arche Noah Teneriffa und wir haben uns verliebt (mein Mann und ich).
Conchi hatte es sehr schlecht gehabt. Sie war zusammen mit noch einer Hündin schon vom Welpenalter an auf dem Flachdach eines Hauses gehalten worden.
Tagsüber waren sie der Gluthitze und nachts Kälte, Feuchtigkeit und Wind ausgesetzt. Ab und zu bekamen sie ein paar Essensreste, Wasser wurde so gut wie nie gewechselt, es war faulig. Beide Hunde waren total verstört und hatten schreckliche Angst vor Menschen, sie hatten nie richtigen Kontakt zu Menschen gehabt. Sie waren abgemagert, total verfilzt und verfloht. Streicheleinheiten kannten sie nicht und sie schreckten vor jeder Hand zurück.
Ute Lobüscher von der Arche Noah Teneriffa rief mich dann an und sagte mir, dass sie nur beide Hunde zusammen vermitteln würde, weil sie sehr aneinander hängen. Sie hatte auch Interessenten, falls das nicht klappen sollte, würde sie sich wieder bei mir melden. Ich war zwar traurig, habe es aber verstanden.
Am Freitag, den 02.02.01 rief Ute Lobüscher dann an und sagte uns, Conchi und Estrella würden am Abend in Düsseldorf ankommen und ins Tierheim Solingen kommen. Ihre Interessenten die beide Hunde nehmen wollten, waren wieder abgesprungen, wir sollten Kontakt mit dem Tierheim Solingen aufnehmen.
Das tat ich dann auch sofort.
Aber die Mitarbeiter vom Tierheim sagten mir, dass sie am Wochenende keine Hunde rausgeben. Aber nach mehreren Telefonanrufen hatten wir sie soweit (da wir ja aus Hannover kamen), dass wir Conchi auch am Wochenende abholen konnten.
In der Nacht fing es furchtbar an zu schneien, sogar die Autobahnen waren verschneit. Am frühen Nachmittag sind wir dann endlich angekommen.
Conchi saß mit Estrella zusammen in einer Box und hatte sich total ängstlich bei Estrella am Rücken festgeklammert. Wir hatten so ein schlechtes Gewissen, dass wir nicht beide Hunde nehmen konnten. Wir haben dann noch rumtelefoniert, haben aber keinen gefunden der Estrella genommen hätte. Als wir wegfuhren, waren wir sehr traurig.
Ich habe danach noch mehrmals im Tierheim angerufen und man sagte mir dann, dass Estrella gleich am Montag ein neues Zuhause gefunden hat.
Wir waren sehr froh.
Auf der Rückfahrt habe ich hinten im Auto gesessen und Conchi hat sich ganz fest in meinen Schoss gekuschelt, dadurch das sie geschoren war, war sie noch kleiner.
Als wir dann endlich spät abends wieder Zuhause waren, ist sie gleich ins Hundekörbchen gegangen und hat geschlafen. Wir haben sie ganz viel gestreichelt.
Ute Lobüscher hat noch angerufen und erkundigte sich, ob alles geklappt hat. Sie war rührend besorgt.
Unsere Conchi war sehr ängstlich und musste erst mal alles lernen. Sie war noch nicht stubenrein, wusste nicht, was spielen ist usw.
Aber von Anfang an ist sie wie eine "Irre" durch die Wohnung gerannt und hat sich gefreut, wenn wir von draußen reinkamen (wohl das die Wohnung noch da ist). Das macht sie heute noch. Wie ein kleiner Wirbelwind.
Conchi ist eine ganz "Liebe", die immer schmusen möchte, aber auch gewaltig aufdrehen kann. Sie hat auch ganz schnell alles gelernt und sich an alles gewöhnt. Wenn ich z. B. einkaufe, dass sie in meinem Dreirad im Korb hinten drin sitzt und wartet.
Wir machen täglich lange Spaziergänge durch den Wald, allerdings mit dem Dreirad (Conchi natürlich auf vier Pfoten).
Am Anfang hatte sie sehr viel Angst, dass wir nicht wiederkommen, wenn ich Z.B. mal alleine zum Einkaufen war.
Danach waren erst einmal alle Erkältungskrankheiten dran.
Am liebsten tobt sie in unserem Garten.
Wir sind jedenfalls total glücklich mit unserem kleinen Wirbelwind.
Und sie mit uns auch, glaube ich.
Mit Ute Lobüscher habe ich von Anfang an gemailt und ihr auch Fotos geschickt. Sie sorgt sich immer sehr um ihre Tiere. Ich glaube, ihr Herz hängt an jedem Tier was sie vermittelt.
Von Ute hatte ich auch alle Einzelheiten über Conchi erfahren, auch das sie, als sie das erste Mal ein Halsband umbekam, entsetzlich gejammert hat vor Angst. Und sie wurde sicherlich auch geschlagen, weil sie am Anfang vor meinem Stock, den Besenstiel usw. entsetzliche Angst hatte.
Zwei Dinge hat sie aber beibehalten. Sie isst ganz wenig und versteckt überall in der Wohnung ihre Hundekekse. Die Verstecke werden dann regelmäßig kontrolliert und der Inhalt manchmal auch gefressen.