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Vier Fellige und zwei Dosies
Die Memoiren des Idefix von Tschengtu (2. Teil)



Kapitel 5
Schöne und unschöne Intimitäten

Die nächsten drei Jahre verbrachten meine Dosies und ich mit ständigen Verhandlungen über unseren Kooperationsvertrag. Die Verhandlungen hier näher zu schildern, würde den Rahmen dieses Buches doch bei weitem sprengen (apropos sprengen, sie denken doch an ihre Spende?).
Wer dennoch mehr über diesen Punkt erfahren möchte, den empfehle ich die ebenfalls von mir geschriebenen Bücher 'Diplomatie bei Dosies', 'Kompromisse und wie man sie vortäuscht' und das allseits beliebte 'Wie wirk ich wirklich niedlich'.
Mit den nun langsam wieder gefestigten politischen Verhältnissen in meinem Rudel (lieber eine Demokratie als gar keine Macht, sage ich immer), konnte ich das Leben an sich wieder genießen.
Zwar begeisterten mich die gewohnheitsmäßigen Rudelkonferenzen noch weniger als das gelegentliche Jucken an meinem Hintern, aber ein neuer Aspekt in meinem Leben tröstete mich darüber hinweg.
Ein Aspekt mit den Namen Josie.
Sie war eine bezaubernd schöne Shih Tzu Dame, die in ihrem Dosierudel mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte wie ich in meinem, so verstanden wir uns auf abhieb.
Ich könnte ihnen nun von unseren stundenlangen Gesprächen über Politik, Kunst und Literatur erzählen oder von unseren romantischen Spaziergängen im Mondschein, aber das währe eine glatte Lüge.
Wir haben uns nie mit solchen Firlefanz abgegeben, nachdem wir unsere Dosies von einem privaten treffen überzeugt hatten, ging unsere Beziehung gleich viel tiefer (oh ja, seeeehr viel tiefer, wenn sie verstehen. Hehehe.).
Anstandshalber will ich hier keine Details preisgeben, wenn sie aber auch mehr über diesen Punkt wissen wollen (und das wollen sie ganz bestimmt, sie Lüstling!), dann rate ich zu meinem Buch 'Das Köter Sutra' (Achtung, strengstes Jugendverbot!).
Das Ergebnis dieser leidenschaftlichen Beziehung war nicht nur ein angenehm entspanntes Gefühl in der Leistengegend und ein verstärkter Juckreiz an meinem Hintern, sondern einige Zeit später auch ein reinrassiger Wurf von drei Mädchen und zwei Jungen.
Nicht schlecht für mein erstes mal, was?
Leider kann sich jemand in meiner Position nicht auch noch um Welpen kümmern, so überlies ich die Erziehung der Kleinen ganz meiner geliebten Josie.
Mir war ohnehin klar, das sich die Dosies in unseren Rudeln verbünden und unsere Kleinen schnellst möglich an andere Dosies weitergeben würden, da sie sonst um ihren eigenen Rudelstatus fürchten mussten. Es waren immerhin meine Kinder und hatten sicherlich den gleichen Führungsdrang, deshalb machte ich mir auch keine Sorgen um sie. Ich hatte ihnen bestes genetisches Material mit auf den Weg gegeben, sie würden ihre Aufgabe sicher meistern.
Es kam wie ich es befürchtet hatte, kaum konnten die Kleinen ohne ihre Mutter auskommen, wurden sie auch schon verschleppt.
Selbstverständlich hielten Josie und ich Kontakt, und schon nach einem Jahr konnten wir ein zweites intimes Treffen organisieren.
Wenn unser erstes Beisammensein schon schön war, dann kann ich das zweite mal nur als absolut unglaublich bezeichnen.
Josie machte mit mir Dinge, die ich hier aus Gründen des Jugendschutzes nicht beschreiben kann (Details bekommen sie in meinem Buch 'Das Köter Sutra für Risikofreudige').
Zutiefst befriedigt und mit einem starken Juckreiz an meinem Hintern (langsam begann ich mir deswegen Sorgen zu machen), lag ich nach dem Liebesspiel neben ihr und meine Gedanken begannen sich wieder zu klären.
Doch noch bevor ich mich richtig fragen konnte warum sie so auffallend zuvorkommend zu mir war, gab sie mir schon die Antwort. Sie träumte von einer Zusammenführung unserer Rudel mit uns beiden als Herrscherpaar und unseren Kindern als Höflinge. Die Dosies sollten in ihrem Traum nur die Funktion williger Arbeitssklaven erfüllen.
Ich war entsetzt.
Wie konnte sie nur mit diesem Gedanken spielen.
Wie konnte sie glauben, ich würde meine rechtmäßige Anführerstellung mit ihr teilen.
Egal wie groß das Rudel auch sein mochte, ich war zum alleinigen Führer geboren. Sie war jedoch nicht bereit in diesem einem, winzigen Punkt nachzugeben und so machte ich das Einzige, das Sinn hatte.
Ich beendete unsere Beziehung sofort nach der Geburt unserer sechs neuen Töchter und überzeugte meine Dosies umgehend umzuziehen.
Ich war lieber der einzige Anführer eines kleinen Rudels, als die Macht mit jemanden zu teilen.
Meine Dosies befolgten meinen Rat natürlich sofort und zogen weit weg von meiner Josie und den Kindern.
Ich habe sie nie wieder gesehen.
Nach dieser enttäuschenden Erfahrung schwor ich mir, mein Augenmerk ausschließlich auf die Führung meines Rudels zu richten (und eventuell auf den stärker werdenden Juckreiz an meinem Hintern) und keine tieferen Liebesbeziehungen mehr einzugehen.
So hielt ich es auch, als wir bei unserem Umzug die reizende Shih Tzu Dame Eiche kennen lernten. Selbstverständlich hätte ich die Kleine jederzeit zu meiner Liebesdienerin machen können, aber ich hatte dazugelernt und belies es bei einer rein platonischen Beziehung.
Ich hatte ja auch wirklich genug um die Ohren, mein Rudel, der Umzug und das inzwischen permanente Jucken an meinem Hintern.
Das Jucken wurde dann auch noch zu einem echten Problem, als mein Dosiefrauchen bemerkte, wie ich jetzt regelmäßig auf meinem Hinterteil rumrutschte.
Da brauchen sie gar nicht so dämlich zu grinsen, versuchen sie sich doch mal an ihrem Südpol ohne Hände zu kratzen!
Jedenfalls schleppte mich mein Dosiefrauchen zu einer besonderen Dosiegattung für die ich noch nie sehr viel übrig hatte, einem Tierarzt, und verhalf mir so zu einem weiteren intimen Erlebnis, auf das ich gut hätte verzichten können.
Nach kurzer Inspektion meiner Schokoladenfabrik kam dieser nämlich zu dem Resultat, ich hätte verstopfte Drüsen und es sei Lebensnotwendig für mich (und wahrscheinlich für seine Urlaubskasse, wie ich vermute) dass diese ab sofort regelmäßig ausgedrückt würden.
Noch ehe ich ein Veto einlegen konnte, hatte Dr. Coldfinger seine Baseballschläger großen Finger in einen vaselinebeschmierten Gummihandschuh gezwängt und begann in den Analen meiner Kehrseite offensichtlich nach Öl zu bohren (und dabei hatte dieser Dosie sich bei mir noch nicht einmal mit Vornamen vorgestellt).
Es war ein Gefühl, als ob man mir einen eingefrorenen Telegrafenmasten über den längst möglichen Weg durch den Körper direkt ins Gehirn schob und als ob ich noch nicht genug gelitten hatte, knickte dieser Marquis de Sade seinen Fernsehturm großen Finger auch noch ein und begann an meiner innersten Privatsphäre rumzuquetschen.
Obwohl diese grauenhaften Ereignisse sich in Berlin im Bezirk Kreuzberg abspielten, bin ich mir absolut sicher dass meine Entsetzens- und Schmerzensschreie auch noch im hintersten Timbuktu deutlich zu hören waren.
Sicher war mein Dosiefrauchen nur um mein Wohlergehen besorgt gewesen, aber für diese Schmach, die sich danach wirklich alle vier bis sechs Wochen wiederholte, wollte ich mich an ihr rächen. Ich wusste noch nicht genau wie und wann, aber da sollte sich schon bald eine ungeahnte Möglichkeit bieten, dessen war ich mir sicher.


Kapitel 6
Kasperletheater

Die erlittene Schmach steckte wortwörtlich tief in mir und meine nun regelmäßigen Besuche bei Dr. Coldfinger (ich könnte Wetten, dass sich der Kerl seine Hände in der Tiefkühltruhe wusch!) trugen nicht grade dazu bei, meine Rachegedanken zu entkräften.
Sicherlich, ich bekam nach jedem dieser Besuche reichlich Mitgefühl von meinem Dosiefrauchen zugesprochen, garniert mit unzähligen Leckerein, aber schon nach meiner ersten Begegnung mit Coldfingers Vaselinehandschuh hätte sie sich von mir aus beides selbst in ihr südliches Würstchendepot schieben können, und zwar ohne Vaseline!
Meine Gedanken begannen sich fieberhaft nur noch um meine Genugtuung zu drehen, aber wie sollte ich es anstellen?
Dr. Coldfinger selbst hatte durch seine sadistischen Behandlungsmethoden zuviel Erfahrung, als dass man ihn mit einem Überraschungsangriff hätte beikommen können. Außerdem sind hastige Bewegungen nicht ratsam, wenn ihnen jemand grade mit dem Arktis- Express in den Tunnel fährt.
So blieben nur meine Dosies als Zielobjekte übrig, aber diese genossen praktisch diplomatische Immunität.
Ein offener Terrorakt wie in meiner Jugend hätte sicherlich zu einer erneuten Revolution geführt, dass konnte und wollte ich nicht riskieren (auch nach unserem Umzug war das Dosieklo noch immer kein schönes Urlaubsziel).
So in meinen finsteren Grübelein vertieft, bemerkte ich wohl etwas spät das sich meine Dosies sich seltsam benahmen.
Sie kamen jetzt öfter spät nach Hause und was noch viel seltsamer war, sie rochen dann eindeutig nach meinem alten Rudel.
Doch mit meinen eigenen Sorgen beschäftigt, fragte ich nicht weiter nach und dann an einem kalten Februartag bekam ich die Quittung für mein Desinteresse.
Zu meiner größten Überraschung fuhren wir bei meinem alten Rudel auf einen Besuch vorbei.
Mein Ex- Rudel begrüßte mich freundlich (sie hatten wohl letztlich doch kapiert welch großer Anführer ihnen mit mir verloren gegangen war) und ich täuschte selbstverständlich große Wiedersehensfreude meinerseits vor. Ich wusste zwar immer noch nicht was das Ganze sollte, aber ich nahm die Gelegenheit wahr mich vor meinen alten Rudelgenossen als übermächtiger Anführer meiner Dosies aufzuspielen.
Alles in allem währe dieser Besuch fast angenehm gewesen, wenn mein Dosiefrauchen mir nicht plötzlich einen Welpen unter die Nase gehalten hätte und mir erzählte, dies sei mein Halbbruder mütterlicherseits. Größeres Bild ? Anklicken !

Nicht das es mich wirklich interessiert hätte, aber ließ mich herab und beschnüffelte dieses Etwas genauer. Anscheinend hatte meine Mutter sich auf ihre alten Tage noch einmal mit einem anderen Rüden eingelassen und das Ergebnis saß nun vor mir.
Wenn ich jemals mit dem Gedanken gespielt hatte, mich vielleicht doch noch mit der reizenden Eiche zu paaren und noch einmal Junge in die Welt zu setzten, so war dies hier ein überzeugendes Gegenargument.
Seine Zunge war ein Stück zu lang, so das sie immer etwas aus seiner Schnauze rauskuckte und sein Hinterteil war entschieden zu dick. Mir drängte sich der Gedanke auf, ob sein Hintern vielleicht zwei Wochen vor ihm auf die Welt gekommen war und so im Wachstum einen guten Vorsprung vor dem restlichen Körper hatte.
Als mir dann mein Dosiefrauchen verriet das man ihm den Namen ‚Caspar’ verpasst hatte, musste ich arg gegen einen spontanen Lachanfall ankämpfen.
Aber das Lachen sollte mir schon bald vergehen.


Kapitel 7
Kasperletheater, zweiter Akt

In meinem Geist rumorten noch immer meine Rachegedanken (und in meinem Hinterteil regelmäßig der Arktis Express), so das ich mir wenig Gedanken über den Sinn der nun häufigen Besuche bei meinem alten Rudel machte.
Ich vermutete, dass meine Dosies wohl wert auf den Kontakt zu meinem Mutanten- Halbbruder legten.
Aber nicht mit mir, ich hatte schließlich einen Ruf zu verlieren.
Ich beschloss Riesenarsch, wie ich ihn nannte, grundsätzlich zu ignorieren (an diesem Titanenhintern hätte Dr. Coldfinger sicher seine Freude gehabt).
Das funktionierte auch ganz gut, bis zu dem verhängnisvollen Tag als Riesenarsch nach unserem Besuch hinter mir her zum Auto marschierte.
Wie eventuell schon erwähnt habe ich ein ausgesprochen friedfertiges Gemüt, aber das ging entschieden zu weit.
Ich wirbelte herum, schnappte mir den kleinen Scheißer im Genick und machte ihm klar was ich von ihm hielt.
Das einzige was ihn vor einer sauberen Perforationsnaht an seinem Hals bewahrte, war das Eingreifen meiner Dosies.
Nach aller Schmach die ich ihretwegen erlitten hatte, waren sie noch immer nicht zufrieden.
Sie ließen Riesenarsch auch noch in mein Auto einsteigen!
Ich war zutiefst gedemütigt.
Wenn mein Dosieweibchen auf der Rückfahrt nicht wie ein Fels zwischen mir und diesem Quasimodo für Arme gesessen hätte, wären mir sicher noch einmal die Zähne ausgerutscht.
Daheim angekommen zog ich mich beleidigt auf meine Couch zurück, die im laufe der Zeit zu meinem offiziellen Thron geworden war.
Als meine Dosies dann auch noch Tatenlos dabei zusahen wie Riesenarsch sich zwanglos in meinem Thronsaal bewegte, riss mir endgültig der Geduldsfaden.
Mit dem festen Vorsatz das Kerlchen in ein Fellpüree mit Augäpfeln zu verwandeln, sprang ich ihn von der Couch aus mit der mir gegebenen Gewandtheit einer Raubkatze an.
Meine Dosies hatten wohl kapiert das dies ein ganzes Stück zu weit ging und mischten sich diesmal nicht ein.
Ich hatte freie Pfoten mit ihm zu machen was ich wollte!
Natürlich wollte ich ihm nicht ernsthaft schaden.
Nur ein wenig zerreißen, verstümmeln, mit seinem Kopf etwas Polo spielen und dann mit seinen Überresten, falls es denn welche gegeben hätte, mein Plüschkörbchen neu aufpolstern.
Aber als ich grade so richtig in Fahrt kam, machten mir meine guten Manieren (schließlich stammte ich vom chinesischen Kaiserhof ab) einen verdammt beschissenen Strich durch die Rechnung.
Das kleine Ungetüm legte sich nämlich eiligst auf den Rücken und präsentierte mir als Zeichen der Unterwerfung seine Kehle.
Enttäuscht lies ich von ihm ab (ich brauche Gegner, keine Opfer) und zog mich beleidigt zurück (nicht ohne im Vorbeigehen versehentlich ein, zwei mal in sein Gesicht zu treten).
Noch immer hegte ich die leise Hoffnung das Riesenarsch nur zu einem kurzen Gegenbesuch gekommen war, aber ich ahnte schlimmes.


Kapitel 8
Verbrüderung

Meine Ahnung war richtig, Riesenarsch blieb auf Dauer.
Die nächsten zwei Tage verbrachte ich mit ständigen Attacken auf ihn, aber weder änderte er seine ‚ich- ergebe- mich’ Taktik noch reagierten meine Dosies auf meine Bemühungen. Am dritten Tag stellte ich meine Angriffe aus zwei Gründen ein:
1.) Mir wurde bewusst, für eine gemütliche Runde Kopfpolo würde ich kaum ein größenmäßig passendes Reittier für mich finden und
2.) konnte der Kleine mir eventuell bei meinen lang gehegten Racheplänen nützlich sein. Er war schließlich nicht an dem wackligen Friedensvertrag zwischen den Dosies und mir gebunden. Sie würden mich wohl kaum für seine Schandtaten verantwortlich machen können und schlimmsten (oder besten?) Falls würden sie ihn wieder zurück bringen.
(Wieder ein Geniestreich meinerseits. Ich liebe es so brillant zu sein.)
Ich machte mich umgehend an sie Umsetzung meines Plans.
Ach was fand mein Frauchen es niedlich, als ich mich in dieser Nacht zu Riesenarsch legte. Die Ahnungslose konnte ja nicht wissen, dass es sich um das erste konspirative Treffen der soeben von mir gegründeten Terrororganisation 'Al Wauzida' handelte.
(Sind sie jetzt geschockt? Sie fragen sich, wie kann ein Hund von meinem Format sich zum gemeinen Terroristen erniedrigen? Mir war auch nicht ganz wohl bei diesem Gedanken, aber nach all der erlittenen Schmach schrie meine kleine, gequälte Hundeseele (und vor allem mein kleiner, gequälter Hundehintern!) nach drastischen Maßnahmen. Manchmal muss ein Hund eben tun, was ein Hund tun muss.)
Ich stellte Riesenarsch vor die Wahl. Entwerder er wurde Mitglied bei 'Al Wauzida' oder er wäre zukünftig komplett ohne Glied.
Natürlich war er sofort kooperationsbereit.
Nach einem Crashkurs in 'extrem- niedlich- sein' (ich wollte das neue (und einzige) Mitglied der 'Al Wauzida' nicht gleich durch zu harte Bestrafung der Dosies wieder verlieren) und einer Einführung in die Grundlagen des Holzanknabberns, schickte ich meinen neuen Zwangsverbündeten schon am nächsten Tag auf seinen ersten Einsatz.
Ich kann bis heute nicht sagen ob meine Rede in so motivierte oder ob der Kleine eine natürliche Veranlagung in dieser Richtung hatte, jedenfalls erwies er sich als ausgesprochen talentierter Nachwuchsterrorist.
Nicht nur das er meine alte Holzknabbertechnik in kürzester Zeit meisterhaft beherrschte, nein, er zeigte drüber hinaus in der folgenden Zeit noch jede Menge an Eigeninitiative.
Diese Eigeninitiative lies mich meine Einstellung zu ihm noch einmal überdenken.
Zuerst war es mir eine Freude aus sicherer Entfernung dabei zuzusehen, wie er meine alten Terrormethoden wieder zu neuem Leben erweckte.
Als er danach anfing die Blumenerde aus den Töpfen zu buddeln und diese im ganzen Wohnzimmer und über sich selbst zu verteilen, war ich schon recht beeindruckt
(vor allem war ich über das Farbenspiel im Gesicht des Dosiemännchens beeindruckt, als er die Sauerei entdeckte. Von leichenblass über ein blaugrün bis hin zu knallrot.
Bei Knall fällt mir ein, sie denken doch an Stiftung 'Knochen'?).
Richtig erstaunt war ich allerdings, als der Kleine sich mutig in das Dosieklo schlich, sich das dort frei hängende Klopapier schnappte und es nicht nur quer durch die Wohnung abrollte, sondern es dann auch noch genüsslich zerfetzte.
Das Dosiemännchen quittierte diese Aktion wieder einmal mit einem mittelschweren Herzanfall, aber mein Frauchen verblüffte mich.
Sie schien diese Aktionen wirklich als ausgesprochen amüsant zu empfinden.
Ich begann mich langsam zu fragen ob sie den Kleinen lieber mochte als mich, oder ob sich vielleicht ihre Grundeinstellung geändert hatte.
Die Frage musste schnellstens geklärt werden, also riskierte ich den Friedensvertrag und half dem Kleinen spontan beim zerfetzen.
Jetzt bekam sich mein Frauchen vor Lachen überhaupt nicht mehr ein.
Offenbar konnte ich mir bei ihr nun wieder größere Freiheiten rausnehmen und ich nutzte diese Tatsache natürlich sofort aus.
Der Kleine und ich machten gleich einen Wettbewerb im Klopapierzerfetzen daraus.
Wer diesen Wettstreit gewann? Größeres Bild ? Anklicken !

Nun, eindeutig wir beide zusammen, denn am Schluss stand es ein Dosie mit einem Staubsauger gegen zwei Hunde mit etwa 170 913 598 481 Klopapierschnipsel (grob geschätzt) in jeder Form und Größe.
Vielleicht lag es an der gemeinsamen Wettbewerb, vielleicht daran, dass ich dabei endlich mal wieder meinen angestauten Frust ablassen konnte, jedenfalls war mir der Kleine danach nicht mehr ganz so unsympathisch wie zuvor (mir erschien sein Hinterteil auch plötzlich nicht mehr ganz so gigantisch).
Leider habe ich wohl versäumt dem Kleinen davon zu erzählen, denn kurz darauf wollte er mich mit einer absoluten Selbstmordaktion erneut beeindrucken.
Er enterte das Dosiebett (eine Leistung, der ich schon mal neidlos meinen Respekt zollte) und wagte dort etwas, dessen ich mich nie getraut hatte.
Er verwandelte es in ein astreines Wasserbett (oder sagen wir lieber ... Pipibett?).
Zwar wurde er nicht gleich, wie damals ich, in die Verbannung geschickt, aber seine Bestrafung war hart genug (wenigstens hatte er sich für die nächste Zeit absolutes Bettverbot eingehandelt), doch ertrug er diese harte Strafe wie ein echter Tschengtu.
Als ich ihn in dieser Nacht sah, wie er einsam und verlassen auf dem kalten, harten Fußboden schlafen musste (Dosies können ja so brutal sein), entschloss ich mich solidarisch zu zeigen.
Ich verlies das Bett freiwillig (nicht nur wegen der leichten Duftnote von Welpenpipi) und kuschelte mich bei meinem kleinen Bruder zum schlafen ein.

Autor: Karsten      





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