Die Nacht erstarb. Und der Tag erwachte …

Die Nacht erstarb. Und der Tag erwachte. –
Draußen unter dem Sternenhimmel
Stand ein Droschkenpferd, ein Schimmel,
Und lachte.

Der Tag entwich und die Nacht begann.
Auf steiniger Ebene ruhte das Pferd.
Es hatte die Beine gen Himmel gekehrt
Und sann.

Und wieder durchzuckten die Sterne den Himmel. – –
Das rechte Auge des Pferdes tränte. – –
Der Mann auf dem Kutschersitze gähnte
Und trank einen Kümmel.

 

Foto: (c) Brigitte Buschkoetter / pixelio.de




Autor: Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)




Fotograf/Künstler: © Brigitte Buschkoetter / www.pixelio.ce

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1 Kommentar

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 14. Juni 2018 at 08:34
    • Antworten

    Melancholisch-trauriges Gedicht…die erste Zeile kommt einem (mir) irgendwie bekannt vor…?

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