Der Löwe und die Maus

Ein Löwe brüllte; plötzlich kroch,
Aus seinem dunkeln Mauseloch
Ein Mäuschen an das Tageslicht,
Und horchte; schrecklich war’s zu hören!
Und doch erschrak das Mäuschen nicht.
Ei, sprachs, er will uns brüllen lehren;
Und fing zu pfeifen an,
Und stand, und übte sich, dem Löwen nachzubrüllen.

Wenn ich die That nicht loben kann,
So lob ich doch den guten Willen.

 

Foto: (c) J. F. Hofschlaeger / pixelio.de




Autor: Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 — 1803)




Fotograf/Künstler: © J. F. Hofschlaeger / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. J.W.L Gleim kannte ich noch gar nicht . Sind wirklich schöne Gedichte der er geschrieben hat .
    Lese ich sehr gerne .
    Lieben Gruß Heike

    1. Gleim ist klasse!
      Wir hatten bis vor kurzem ein einziges seiner Gedichte im Programm. Ich kannte nur Texte von ihm in ganz altertümlichen Deutsch. Das war kaum lesbar, aber ich hätte mich nicht getraut, die Gedichte einfach in die aktuelle Rechtschreibung zu übertragen.

      Margrit Baumgärtner hat Gleim wiederentdeckt. Und ich hab dann eine Quelle gefunden, die seine Sprache schon aktualisiert hat.

      Da kommt noch ein bisschen was … Ich muss nur die Zeit für die technische Aufbereitung finden.

  2. In der „aktuellen“ Form sind die Texte wirklich ansprechend !

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