Aus: Die Beratschlagung der Pferde

Dem Menschen sind wir Starken Untertan,
Dem Menschen! Brüder seht es an,
Das vollkommene Tier!
Was ist es, was sind wir!?
Solch ein Geschöpf bestimmte die Natur
uns prächtigen Geschöpfen nicht zum Herrn!
Pfui! Auf zwei Beinen nur!
Riecht er den Streit von fern?
Bebt unter ihm die Erde, wenn er stampft?
Sieht man, dass seine Nase dampft?
Ist er großmütiger als wir?
Ist er ein schöner Tier?
Hat er die Mähne, die uns ziert?
Und doch ist er, ihr Brüder, ach,
Der Herr, der uns regiert!

 

Foto: © Margrit Baumgärtner




Autor: Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 - 1803)




Fotograf/Künstler: © Margrit Baumgärtner / privat

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1 Kommentar

  1. Diesen Klassiker hat Margrit Baumgärtner eingereicht. Tausend Dank dafür!
    JWL Gleim hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Einen einzigen Beitrag hatten wir bisher von ihm auf unserer Seite. Irgendwie hatte ich sein Werk abgehakt unter „nach uralten Rechtschreibregeln geschrieben, schwer lesbar.“

    Jetzt habe ich tatsächlich eine Seite gefunden, auf der seine wunderbar zeitlosen Gedichte in einer moderneren Schreibweise zu finden sind. Ich habe gleich mal ein paar für uns „abgestaubt.“

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