Eine besondere tierische Geschichte

Juni 2015: Kurz nach Ostern beschloss ein Bussardpaar in den hohen Bäumen gegenüber unserer Terrasse ein Nest zu bauen. Eifrig wurden große und kleine Äste gesammelt und mit Blättern etc. eine weiches Lager in luftiger Höhe gebastelt. Ich habe die Bauaufsicht per Fernglas übernommen und nach einigen Tagen war Richtfest. Tja und dann ging es gleich „zu Sache“; will heißen: es wurde sich ausgiebig „gepaart“ (P e e p s h o w live).

Nach einer Weile könne ich dann feststellen, dass offensichtlich gebrütet wurde, denn ein Elternteil war immer damit beschäftigt den Partner auf dem Gelege mit Nahrung zu versorgen. (Bei Bussarden sind die Mädels bedeutend größer als die Kerle) Die Einflugschneise befand sich direkt vor unserer Terrasse. Leider wurde der Blätterwald immer dichter und das Nest war kaum mehr zu erkennen.

Sind die Jungen schon geschlüpft?


Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub (10 herrliche Tage am Gardasee) hofften wir bald den Nachwuchs der Bussarde zu sehen. Diese müssten eigentlich Mitte Mai geschlüpft sein. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas: nichts zu sehen. Gelegentlich hörten wir neben dem markanten Rufen der Eltern (die oft über uns ihre Kreise zogen) auch mal das unsicheres Rufen eines Jungvogels. (Bussarde ziehen in der Regel 1-3 Junge auf) Leider konnten wir nicht feststellen wie groß die Familie nun war. In der letzten Woche war es extrem ruhig und ich dachte schon die ganze Familie ist ausgezogen.

Bis zum vergangenen Freitag, den 19. Juni.

Bei Sonnenschein ging ich morgens gegen 08.00 Uhr mit einer Tasse Kaffee auf meine Terrasse die mit vor Schreck fast aus der Hand fiel. Vor mir saßen zwei junge, fast ausgewachsene Bussarde auf dem Geländer bzw. auf dem Vogelhäuschen und bestaunten die Umgebung und natürlich mich. Total unerschrocken und naiv wurde sich geputzt, dass die Flaumenfedern nur so flogen. Mit dem Handy konnte ich trotz der Aufregung noch ein paar Bilder aufnehmen bevor sie zum Nest zurück flogen.

Zwei Nachwuchsflieger stellen sich vor


Ich war total geplättet: Da haben die (nun bekanntermaßen) Zwei Nachwuchsflieger sich ihren Beobachtern vorgestellt. Natürlich habe ich die Bilder gleich an Andrea weiter geschickt. Sie hat ja die ganze Zeit mit gefiebert und war natürlich etwas traurig dass Sie das nicht live miterleben konnte. Dazu gab es jedoch am nächsten Tag (Samstag) die Gelegenheit.

Um die gleiche Zeit waren die Beiden dann wieder bei uns und wir konnten in sie aller Ruhe und vor allem so nahe beobachten. Die Meisen, Rotkehlchen und alle sonstigen Besucher des Vogelhäuschens (dazu zählen auch zwei Eichhörnchen) fanden die Anwesenheit von den Raubvögeln zwar nicht so prickelnd, habe sich aber nun daran gewöhnt, denn die Besuche setzen sich fort. Täglich sonnen sich die Bussarde nun auf dem Geländer oder dem Dach und sind noch sehr unerschrocken. Ich befürchte nur, dass die Eltern das denn Beiden schon noch austreiben werden. Falls sich zukünftig noch etwas Besonderes ereignet gibt es einen Nachbericht. Nun aber ein paar Bilder zu dieser tierischen Geschichte.

 

Fotos zu diesem Beitrag: (c) Hans-Dieter Vollmer

Ausgangsposition: In der Mitte des Bildes leicht zu erkennen: einer auf dem Rückflug zum Nest.

 

Foto: (c) Hans-Dieter Vollmer

In ganzer Pracht und kann schon auf einem Bein stehen.

 

Foto: (c) Hans-Dieter Vollmer

      

Tinka (unser Foxi) hat natürlich nun auch ein neues Hobby: Bussarde scheuchen….., aber ich passe natürlich auf dass sie nicht so oft Gelegenheit dazu hat. Eines muss man zusätzlich bedenken: Bussardjunge bekommen viel zu fressen und können entsprechen kacken. Besonders auf die frisch gewaschen Klamotten die zum Trocknen draußen aufgehängt sind. (Passierte mir nur einmal!)

     

     

     




Autor: Hans-Dieter Vollmer

h-d.vollmer@t-online.de


Fotograf/Künstler: © Hans-Dieter Vollmer / privat

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2 Kommentare

  1. Bussarde und Eichhörnchen – das ist schon eine sehr interessante tierische Nachbarschaft!

  2. Wunderschön, die Bilder und die Geschichte.
    Herrlich, wenn man so etwas erleben darf.
    LG Uschi Geier und Samy

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