Gedanken zur Weihnachtszeit

So sieht Weihnachten nicht aus, jagen, kaufen, hetzen, und dabei das Wichtigste vergessen. Die Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt, die einem so wichtig sind.

Vor vielen Jahren, als der Mensch noch nicht soviel hatte, wie jetzt, wo die meisten Weihnachtsgeschenke noch selber gebastelt wurden, da war das Weihnachtsfest noch besinnlich, da konnte man Weihnachten noch Weihnachten nennen. Man traf sich schon einige Wochen vor dem Fest und saß mit der Familie zusammen, strickte, nähte und bastelte und freute sich auf das Fest der Liebe. Die Bratäpfel verströmten ihren feinen Duft. Weihnachtsgebäck wurde in Dosen gepackt und die Menschen redeten miteinander.

Es war eine wundervolle Zeit. Das Herz ging einem auf, wenn man beim Schein der Kerzen an einem Tisch saß und sich auf das nahende Weihnachtsfest freute. Die Weihnachtsgedichte und Lieder wurden auch geübt und es fühlte sich so an, als schwebe der Weihnachtsengel durch den Raum.

Als es dann endlich soweit war und der Tannenbaum im Zimmer stand, da konnte man das Fest kaum noch erwarten. Jetzt kamen die selbst gebastelten Strohsterne zum Einsatz, Tannenzapfen, deren Spitzen mit weißer Farbe betupft waren zierten den Baum und kleine Holzpferdchen und rot angestrichene kleine Holzäpfel hängten wir an unseren Baum. Natürlich hatten wir diese kleinen Dinge liebevoll aus Holz selber gesägt und bemalt. Zum Schluß kamen noch die Christbaumkugeln und die wundervoll duftenden Honigkerzen an unseren Baum. Fertig! Jetzt konnte Weihnachten kommen. Und wenn man dann die Geschenke auspackte, dann war man gerührt über das Erstlingswerk der Kinder, die einen Schal oder Topflappen gestrickt hatten und stolz ihr Geschenk präsentierten.

Am Weihnachtsabend gab es meist ein einfaches Gericht, das Essen war ja nicht das Wichtigste, es
zählte das Zusammensein und das miteinander Reden, den Duft der Kerzen wahrzunehmen.
Sich liebevoll in den Arm zu nehmen, sich zu sagen, dass man sich lieb hat, das war wichtig.

Ich will sie wieder, diese schöne Zeit mit den selbst gebastelten Geschenken, den duftenden
Honigkerzen und der Zeit, die wir miteinander verbrachten. Und irgendwo vermisse ich den Baum. den wir selbst aus dem Wald geholt hatten und der ein wenig schief war, aber der unser Baum war und noch so richtig nach Weihnachten duftete.

 

Foto: (c) detlef menzel / pixelio.de




Autor: Ursula Geier


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Fotograf/Künstler: © detlef menzel / www.pixelio.de

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2 Kommentare

    • Gerhard on 19. Dezember 2017 at 18:33
    • Antworten

    Ja, es war eine schöne Zeit. Aber wer weiß, vielleicht erzählen unsere Jüngsten eines Tages ganz ähnlich verzückt über die Zeit, als sie allwöchentlich neue Kerzen am Smartphone aufleuchten sahen. Vielleicht ist der Hermes Bote einst der neue Nikolaus, und vielleicht weinen sie eines Tages Alexa hinterher, die doch so schöne alte Weihnachtslieder in die gute Stube zaubern konnte.
    Schöne Weihnachten wünscht Gerhard Steil

  1. Ja, kann man sich vorstellen, jede Generation sieht es anders.
    Ich wünsche dir eine „Gesegnete Weihnachtszeit“ werde meine
    Enkelkinder fragen wie sie es sehen.

    Ganz lieben Gruß
    Ursula Geier mit Co Autor Kater Samy

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