Weihnachtsgeschichte à la Merlin (Teil 1)

(Ich hatte Euch ja gewarnt!)

Also, wie war das noch? „Es begab sich aber zu der Zeit (…), dass jeder Mann und jede Frau gezählt würde …“ Und da fängt die Sache schon an, nicht mehr realistisch zu sein. Wer hat denn mal uns Hunde gezählt? Sind wir denn nichts? Die Menschen reden immer von dem treuesten Freund; aber für die Weihnachtsgeschichte sind wir nicht einmal erwähnenswert!!

Woher nimmt der Mensch nur seine Überheblichkeit? (Nicht alle!) Weihnachten gehört uns doch allen! Oder etwa nicht? Ich jedenfalls bin ein Hund und darauf bin ich stolz. JAWOLL!

Übrigens, ich habe dafür mal selber nachgezählt; ich habe vier Beine (schneller als der Weihnachtsmann), zwei süsse Schlappohren (die hören jeden Wunsch von meinem Frauchen) und eine Rute, die mit einer weissen Zipfelmütze versehen ist. Ausserdem besitze ich ein fein abgestimmtes Schleckermaul. Ist das denn nicht zählenswert?

Also habe ich mir mal gedacht, wie wäre es denn mal mit einer Hundeweihnachtsgeschichte? O.K? Dann also los!

Das allerliebste Hundebaby


Da machte sich mein Vater irgendwann einmal auf, um sich mit meiner Mutter zu ehelichen, in einer Stadt die ich nicht kenne. Und ruckzuck war Mama denn auch sogleich schwanger! Ja, so schnell kann das gehen! Und dann kam auch schon die Zeit, als der Tat die Vollendung folgen musste. Sie, nämlich meine Mutter, gebar ein herzallerliebstes Hundebaby!! Was glaubt ihr wohl? Jaaa, ich war es: Der süsseste und klügste, der schönste und eingebildeste, der verspielteste und verfressendste unter den Völkern der Hunde! Meine Güte, bin ich stolz auf mich!

Und siehe da, da waren auch noch einige Menschen bei meiner Geburt anwesend, die sich äusserst positiv darüber geäussert hatten. Wie zum Beispiel: „Den kleinen Bastard sollten wir so schnell wie möglich verkaufen“. Oder: „Wir könnten ihn auch gleich ersäufen!“

Nett, diese Menschen! – Aber es gab auch Menschen die sagten: „Das ist der Zauberhund – MERLIN -, dieser ist der Auserwählte und er wird Euch alle zum vorzeitigen Wahnsinn führen. Seid also froh und jubilieret; denn hier ist Euer Erlöser von aller Lieblosigkeit, Intoleranz und Hundefeindlichkeit. Dieser Zauberhund wird demjenigen die Erfüllung seines Lebens schenken, der ihn in seiner Würde und Liebe zu schätzen weiss“!

Ein Zauberhund und zauberhafte Menschen


Und als diese guten Menschen sich entfernten, hatte man sich im engsten Familienkreis darauf geeinigt, dieses kleine und süsse Wollbündel in die Hände der sorgfältigsten, fürsorglichsten und liebevollsten Hände, die es überhaupt gibt, zu übergeben. Und alle waren froh und glücklich. Ich übrigens auch.

Nun haben wir schon wieder Weihnachten! Und das treibt mir wieder die Tränen in die Augen!
Nein, nicht vor Rührung. (Ich bin ein ganz Harter!). ICH WERDE DOCH WEIHNACHTEN IMMER GEBADET! Und das ist viel schlimmer als jede Geburt! –

Aber zurück zu dem eigentlichen Thema: Und alsbald kamen denn auch Freunde und Bekannte meiner neuen Familie und haben ihre übergrosse Freude ob meines Daseins kundgetan und teilten die Frohe Botschaft der gesamten (mir bekannten ) Welt mit! Halleluja, halleluja, hier und jetzt wurde der „MERLIN“ geboren! Ich bin heute noch berührt von derartigen Begeisterungsstürmen

Nun bin ich schon am Ende meines Anfangs!
Wartet es halt ab und verliert den Glauben nicht! (Vor allem nicht an mich.)
Merlin lebt und liebt!

Frohe Adventszeit Euch allen!
Euer Merlin

 

Foto: (c) Gabriela Macke / pixelio.de




Autor: Christian Dinter

dinter-detmold@gmx.de


Fotograf/Künstler: © Gabriela Macke / www.pixelio.de

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