SNAEKOLLUR

Geduld ist gefragt, wenn ein Fotoshooting vorbei ist und man auf das Ergebnis wartet. Mitte Oktober hatte das Treffen zwischen der Fotografin Miriam Heidt und mir stattgefunden und die Hauptrolle spielte SNAEKOLLUR, der junge (6 Jahre) Islandwallach. Seine Besitzerin A.P. hatte ihr Pferd kurzfristig als „Leihgabe“ bereitgestellt und sie begleitete uns an diesem Nachmittag/Abend. Nach meinem Eindruck war sie anfangs nervöser als ich, da gar nicht abzusehen war, wie „SNAEKI“ auf unser Vorhaben reagieren würde.

Zur Vorbereitung trafen wir uns, um das Pferd gemeinsam zu putzen; gleichzeitig kam es dadurch zum ersten Kennenlernen zwischen dem braun-weiß gescheckten Isländer und mir. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, dass „SNAEKOLLUR“ die Bedeutung von „Blondschopf“ hat und dass seine Fellfarbe ihn zu der besonders seltenen Kategorie eines „Windfarbenen“ macht. Nicht etwa aufgrund der hellgrauen Mähne, sondern wegen der 4 hellen Füße ! Man lernt nie aus…

Wir gingen gemeinsam zu einem nahegelegenen Wald und begannen zuerst auf einer Wiese mit den ersten Aufnahmen. SNAEKI machte brav alle Positionen, Stellungen, Verrenkungen (meinerseits) mit und guckte in gewünschte Richtungen. Seine Besitzerin wechselte zwischen den Aufgaben der Ablenkung, Motivation und trug auch noch das Fotozubehör von „location“ zu „location“.

Die Situation war schnell aufgelockert bis humorvoll. Abgesehen von einigen Fressversuchen benahm SNAEKI sich vorbildlich. Auch meine Annäherungen („näher dran…“ – „in die Mähne vergraben“…) waren ihm nicht suspekt.

Isländer haben bekanntlich ihren „eigenen Kopf“ und einen selbstbewussten Charakter. Umso erfreulicher, dass SNAEKI diesen Nachmittag irgendwie interessant fand und so kooperativ war. Langsam begann es zu dämmern und die nächsten Bilder entstanden trotz fieser Begleiterscheinungen: plötzlich krabbelte und wuselte es in meinen Haaren und ich ahnte Schlimmes (von den fast 20 Mückenstichen auf meinem Kopf erzählte ich bereits).

Als unerwartete Krönung bekamen wir noch einen schönen Sonnenuntergang und damit die Voraussetzung für einige „Schattenbilder“. Absolut zufrieden gingen wir zurück zum Stall und das Islandpferd erhielt seine verdiente Abendruhe samt Abendessen.

Gut 5 Wochen später halte ich nun das Ergebnis dieses Tages in den Händen: 20 Fotos eines gelungenen Herbst-Shootings mit „Leihpferd“. Wenn ich die einzelnen Bilder betrachte, kann ich mich noch gut an jede Situation erinnern, an aufmunternde Rufe und Verrenkungen der Besitzerin, an neugierige Blicke von Spaziergängern, an böse Blicke eines Bauern auf seiner Wiese, an pieksende Steine unter meinem Knie (Waldweg) und an die Mückeninvasion auf meinem Kopf. Ein Erlebnis — und es hat sich gelohnt.

Danke an die Fotografin Miriam Heidt aus Leonberg, danke an die hilfreiche Besitzerin Anke P. und danke an den „windfarbenen Blondschopf“ !

 

Foto: © Miriam Heidt / www.heidt-fotografie.de

Foto: © Miriam Heidt / www.heidt-fotografie.de

Foto: © Miriam Heidt / www.heidt-fotografie.de

Foto: © Miriam Heidt / www.heidt-fotografie.de

Foto: © Miriam Heidt / www.heidt-fotografie.de




Autor: Margrit Baumgärtner

margritbaumgaertner@web.de


Fotograf/Künstler: © Miriam Heidt / www.heidt-fotografie.de

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2 Kommentare

  1. Da warte ich mit Spannung auf die angekündigten Fotos – und dann landet der Beitrag aus Versehen in meinem Spam-Ordner, wo ich ihn erst nach Tagen finde! (Der Spamfilter ist manchmal ein bisschen übereifrig.)

    Was für ein Licht und was für tolle Farben! Models und Fotografin haben ganze Arbeit geleistet!

  2. Vielen Dank für das Lob, welches ich gerne an die Fotografin weitergebe ! Es ist an diesem Nachmittag tatsächlich wichtig gewesen, in der richtigen Stimmung zu sein, entspannt, positiv, neugierig, gelassen, humorvoll… Sonst können die Bilder gar nichts werden und jede Hektik würde sich auf das Pferd übertragen. Ich habe mir mit diesem Shooting einen Traum erfüllt und (fast) jede Minute genossen. Alle Motive sind „stimmig und rund“, die hier gezeigten sind besonders perfekt und schön.

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