Heike Abidi: Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden (12 – 15 Jahre)

Heike Abidi: Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden, Hamburg 2017, Oetinger Taschenbuch, ISBN 978-3-86430-062-2, Klappenbroschur, 172 Seiten mit s/w-Illustrationen von Heike Herold, Format: 13,6 x 2 x 20,4 cm, Buch: EUR 9,99 (D), EUR 10,30 (A), Kindle Edition: EUR 6,99.

Abbildung: (c) Oetinger Verlag

Ja, das hat man dann … als Autorin, wenn man sich eine jugendliche Romanheldin ausdenkt, die mit einem Ratgeberbuch für Teenager bekannt wird: Man muss das Buch irgendwann selber schreiben. 😉

„Wäre schon toll, wenn Henriettes Ratgeber wirklich gäbe“, wird sich so manche Leserin von Heike Abidis Teenie-Roman „Tatsächlich 13“ und deren Nachfolgebänden gedacht haben. In Auszügen hat man darin immer wieder mitbekommen, was die jugendliche Bloggerin und Buchautorin Henriette Vogelsang „live aus der Pubertät“ zu berichten wusste. Klug war das und witzig, und selbst die erwachsenen MitleserInnen haben noch so manches dazugelernt. Ich war so begeistert von der engagierten Nachwuchs-Wissenschaftsjournalistin, dass ich sie am liebsten adoptiert hätte.

Ja, und hier ist es nun, das Buch, das in den Romanen für so viel Furore gesorgt hat: ALLES, WAS MÄDCHEN WISSEN SOLLTEN, BEVOR SIE 13 WERDEN.

Damit auch diejenigen, die die Romanreihe nicht kennen, wissen, welche Art von Buch sie zu erwarten haben, sei hier der Klappentext zitiert: „Was ihr hier nicht findet: Anleitungen zum Schminken, Enthaaren oder den BH-Kauf. Dazu gibt es genug andere Ratgeber. Schließlich ist Henriette Wissenschaftlerin und interessiert sich mehr für Naturgesetze als für YouTube-Stars. Klar, dass sie auch wissen will, wie das mit dem Erwachsenwerden funktioniert. (…) Mithilfe von Checklisten und Blogs hat sie alles gründlich untersucht und verrät hier ihre Tipps und Tricks.“

Berichte live aus der Pubertät


Deshalb ist das auch kein Ratgeber, der den Kindern und Teenagern „von oben herab“ erklärt, was gut und richtig ist, sondern der Erfahrungsbericht von einer, die mittendrin steckt im Schlammassel. Ausgehend von ihren persönlichen Erlebnissen, die man zum Teil aus den Romanen kennt, berichtet Henriette uns von ihren Recherchen und den Ergebnissen ihrer Experimente, stellt Fragen und bezieht die Leserinnen so in ihre Forschungen mit ein.

Als Erwachsener schwankt man zwischen Lachen, Staunen und der Feststellung: „Donnerwetter! Das hab ich ja gar nicht gewusst!“ Vor allem das, was die Autorin im 2. Kapitel über die Veränderungen im Gehirn schreibt, war mir zum Teil neu. Hätte ich das mit dem Aufräumen nur schon damals gewusst, als ich in Henriettes Alter war! Und die Talent-Checkliste auf Seite 114 kann man auch gern ausfüllen, wenn man das Teenager-Alter schon laaaaange hinter sich gelassen hat. Gut möglich, dass man von sich selbst überrascht ist.

In fünf abwechslungsreich gestalteten Kapiteln erfährt die Leserin auf fundierte und humorvolle Weise, was in der Pubertät mit uns Menschen geschieht und wie man am besten damit klarkommt.

  • Kapitel 1: Alles wächst
    Oder: Hilfe, mein Körper spinnt total
  • Kapitel 2: Neu verschaltet
    Oder: Auch Denken ist (manchmal) Hormonsache
  • Kapitel 3: Nervt nicht!
    Oder: Meine Familie macht mich echt fertig …
  • Kapitel 4: Typisch Mädchen?
    Oder: Mädchenhaft ist, was Mädchen cool finden
  • Kapitel 5: Gefühle und so
    Oder: Warum ist Liebe sooo kompliziert?

Hier findet man Antworten auf alle möglichen Fragen. Von Aufklärung bis Zukunft, vom ersten Date bis zum Liebeskummer, von Bauchgefühl bis Schamgefühl wird alles klar und verständlich beschrieben. Niemals ist das Buch anbiedernd oder peinlich. Da hat die Autorin offenbar genau den goldrichtigen Ton getroffen. Diesen Ratgeber gibt man den „Kids“ gerne an die Hand.

In Kapitel 5 geht es übrigens ausschließlich um heterosexuelle Beziehungen. Was die Pubertät für Jugendliche bedeutet, die jetzt erkennen, dass sie homosexuell sind, darüber hat „Henriette Vogelsang“ noch nicht recherchiert und geschrieben. Vielleicht wäre eine vorgeblich 13jährige Autorin mit diesem Thema auch überfordert gewesen und das Konzept nicht mehr so glaubwürdig.

Für Teenager und deren Eltern


Vom Hörensagen weiß ich, dass dieses Buch auch manchen Eltern wie gerufen kommt. Wenn man nochmals schwarz auf weiß nachlesen kann, was die Pubertät für einen jungen Menschen bedeutet, kann man sich manche von vornherein zum Scheitern verurteilten Erziehungsmaßnahmen gleich schenken – oder sie entsprechend modifizieren.

Wenn hier sowohl Eltern als auch pubertierende Töchter etwas lernen können, umso besser! Damit erhöht sich die Chance, dass dieser originelle Ratgeber die Mädels mit so wenig Stress wie möglich durch die Pubertät lotst.

Die Autorin
Heike Abidi, Jahrgang 1965, ist studierte Sprachwissenschaftlerin. Sie lebt mit Mann, Sohn und Hund in der Pfalz bei Kaiserslautern, wo sie als freiberufliche Werbetexterin und Autorin arbeitet. Heike Abidi schreibt vor allem Unterhaltungsromane für Erwachsene sowie Jugendliche und Kinder. Sie veröffentlicht auch unter dem Pseudonym Emma Conrad und – zusammen mit der Co-Autorin Tanja Janz – unter den gemeinsamen Pseudonymen Jana Fuchs sowie Maya Seidensticker.




Rezensent: Edith Nebel

EdithNebel@aol.com
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Foto Cover-Bild: © Edith Nebel

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