Endlich Ostern!

Es war fast ein Jahr vergangen. Aus den Hasenbabys waren alles prächtige Osterhasen geworden: aus Hänschen ein Hans, aus, Lotte, Dora und Hilde stramme Osterhäsinnen. Auch wenn Weihnachten ein schönes Fest war, wollten sie nun endlich, dass es bald Ostern wird.

Der Frühling naht und Ostern auch


Immer wenn sie aus dem Bau schauten, sahen die Hasen, dass der Frühling näherkam. Es war wärmer, der Schnee war geschmolzen, es wurde grüner. Schon bald zeigten sich die ersten Schneeglöckchen. Es dauerte nicht lange, da folgten die Krokusse. Die Wiesen wurden immer grüner und bunter. Die Hasen hielt bald nichts mehr in ihrem Bau: Sie rasten den ganzen Tag über die Wiesen und Felder. Nur die Eltern waren fast den ganzen Tag in Bau. Mama Ella und Vati Klaus flochten Körbchen für Ostern, das dauerte sehr, sehr lange, denn alle Kinder dieser Erde wollten ja zu Ostern eines haben. Nur gut, dass Ella und Klaus nicht die einzigen Osterhasen sind. Auf der ganzen Welt verteilt gibt es viele Osterhasenfamilien.

Ella beschloss, dass ihre Kinder jetzt groß genug waren, um sich an der Arbeit zu beteiligen. Vati Klaus rief die Kinder zusammen. Hans, Dora, Hilde und Lotte freuten sich riesig, dass sie nun endlich wie die großen Hasen Körbchen flechten durften. Es gab, rote, gelbe, grüne und blaue Körbchen. Nach etwa einer Woche hatten die Hasen genügend Körbchen. Jetzt ging es ans Eierkochen und Färben. Endlich konnten sich die Junghasen beweisen! Hans und Dora nahmen einen riesen großen Topf, den füllten sie mit Wasser, stellten ihn auf den Herd und kochten dann zirka tausend Eier. Nun bereiteten Lotte und Hilde viele kleine Farbtöpfchen vor. Eifrig begann Familie Lampe zu pinseln. Es entstanden die lustigsten Eier mit Gesichtern, Streifen, Herzen, Pünktchen und sogar Sternen, aber auch rote, grüne, gelbe, lila und orangene die Eier. Sie leuchteten in allen Farben.

Die Hasenkinder malen um die Wette


Als nur noch wenige nicht angemalt waren, hatten die Hasen einen Einfall: „Lasst uns um die Wette malen! jeder soll sein Ei ganz besonders anmalen.“ Gesagt getan. Die Osterhasenfamilie setzte sich im Kreis hin, die Farben kamen in die Mitte und los ging es. Hans sagte: „Erst müssen wir noch ein paar Farben mischen, unsere Eimerchen sind fast leer.“
„Ja, genau!“, riefen die anderen.
„Farben mischen das geht so: Nimmt man Blau mischt Gelb dazu wird daraus das Grün. Nimmt man Rot mischt Blau dazu wird daraus das Violett.“ So erklären es die Haseneltern. „Nimmt man Schwarz mischt Weiß dazu wird daraus das Grau.“
In kurzer Zeit mischen die Hasen die schönsten Farben.
Nun fingen sie an zu malen. Ganz konzentriert malte jeder sein Motiv.

Nach etwa einer Stunde erklärte der Vater: „Ich bin fertig“.
„Ja, wir auch gleich!“, riefen die anderen.
Alle hielten ihr Ei in die Luft und riefen fast gleichzeitig: „Meins ist das schönste!“
Da erst fiel denn Hüpfern auf, dass sie keinen Schiedsrichter hatten.
„Das ist nicht schlimm“, sagte da Mama Osterhase. „Alle Eier sind sehr schön und wir können stolz sein.“
„Das finden wir auch“, rief der Rest.

Hans sagte: „Wir möchten noch erzählen, was wir gemalt haben.“
„Ja, das ist eine gute Idee“, antwortete Klaus. „Lotte, du darfst zuerst!“
„Ich habe mein Ei erst ganz rot angemalt und danach schwarze Punkte aufgetupft. Mein Ei ist nun ein Marienkäfer.“
„Sieht super aus“, fanden die anderen.
Jetzt war Hans dran: „Auf mein Ei habe ich den Weihnachtsmann gemalt, da das Fest so schön war.“
Hilde hatte den Frühling gemalt Dora, viele kleine Herzen weil sie alle so lieb hatte. Papa Hase hatte ein Auto gemalt, Mutti ein Blumenwiese. Sie legten die Eier in ein Körbchen.

Die Osterhasen rücken aus


Familie Lampe hatte nun fast alles für das Osterfest zusammen: bunte Eier, Körbchen und grünes Gras für Osternester. Die Karwoche hatte ja schon angefangen. Aber warum feiern wir eigentlich Ostern? Die letzte Woche vor Ostern heißt Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag, an dem die Christen den Einzug Jesus nach Jerusalem feiern. Am Gründonnerstag feiern sie das letzte Abendmahl Jesu mit den Jüngern. Am nächsten Tag, dem Karfreitag, wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag ist Grabesruhe, und am dritten Tag, dem Ostersonntag feiern wir die Auferstehung von Jesus.

Endlich war soweit: Der Ostersonntag war da! Hans, Dora, Lotte und Hilde, hatten die ganze Nacht nicht geschlafen. Schon im Morgengrauen richteten sie die Körbchen. Hans legte das Gras in alle, die Mädchen die Süßigkeiten und die bunten Eier. Als die Eltern aufwachten, waren die meisten Körbchen schon fertig das freute Elli und Klaus sehr,
„Auf, Kinder, es gibt Frühstück, dann geht es los! Wir wünschen euch frohe Ostern.“
Zum Frühstück gab es Karotten, Äpfel, Hafer und zu Ostern natürlich Eier. Als alle gut satt waren, ging es los. Die Hasen verstauten alle Körbchen in Rucksäcke, setzten sie auf und nahmen die Liste, auf der stand, zu welchen Familien sie mussten. Mit riesengroßen Sprüngen bewegten sich die Hasen übers Feld ins Dorf.

Die Menschenkinder warten schon


Hans, Dora, Lotte und Hilde kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Noch nie waren sie in einen Menschendorf gewesen. Die Eltern beruhigten die Hasenkinder: „Ihr braucht keine Angst zu haben. Lasst uns weitergehen, die Menschenkinder warten schon!“.
Eins, zwei, drei hüpften die Hasen weiter zu Familie Maier. In deren großen Garten verstecken sie drei Nester, da es hier drei Kinder gab, ein Nest versteckte Hans in der Gartenlaube, das andere stellte er zwischen die Osterglocken, das letzte ins Vogelhäuschen. Da hörten sie schon die Kinder der Familie Maier rufen: „Die Osterhasenfamilie ist da!“

Die Kleinen liefen in den Garten und begannen mit dem Suchen. Hans, Dora, Hilde, Lotte und die Haseneltern schauten von weitem zu. Zum ersten mal sahen die Hasenkinder, wie schön es war, ein Osterhase zu sein. Nie hätten sie gedacht, dass sich die Menschenkinder so freuen würden. Nun gingen sie weiter von Haus zu Haus und versteckten Körbchen. Das machte ihnen jetzt noch mehr Spaß, da sie nun, wussten wie viel Freude sie den Menschen damit bereiten. Auch die Angst vor denn Menschen war fast verschwunden.

Das letzte Ziel, das Familie Lampe hatte, war der Kindergarten. Das war nicht so einfach, denn da mussten 34 Körbchen versteckt werden. Die Kindergartenkinder waren mit Ihren Erzieherinnen in der Kirche, so hatten die Osterhasen etwa eine Stunde Zeit. Zum Glück waren es nur ganz kleine Körbchen, die über all hineinpassten: in den Blumentopf, unter den Teddybär, in den Kochtopf, ins Puppenbett, unter die Decke, in die Kuschelecke und noch an viele andere Stellen mehr.
Die Osterhasen hatten viel Spaß, bei ihrer Arbeit und noch mehr beim Zuschauen, wie sich die Kinder sich freuten .

Müde aber glücklich


Spät am Abend hüpfen die Osterhasen nach Hause. Sehr müde aber glücklich wollen sich die Hasenkinder gerade in das Stroh verkriechen, da sagten die Eltern: „Wollt ihr nicht noch eure Ostergeschenke suchen?“.
Die Hüpfer schauten verwundert, aber dann fingen Hans, Dora, Lotte und Hilde an zu suchen. Die Eltern schauten zu. Die Kinder fanden allerhand Leckereien, Karotten, Klee, Äpfel und natürlich auch Ostereier. Es war ein sehr schöner Tag da waren sich alle einig aber auch schöne Tage müssen ein Ende haben. Die Osterhasenfamilie verkroch sich ins Stroh und schlief sofort ein. Gute Nacht!

Illustration: GDJ / openclipart.org

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Autor: Roswitha Waldbüßer

ro.waldbuesser@gmail.com


Fotograf/Künstler: © GDJ / www.openclipart.org

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1 Kommentar

  1. Liebe Rosi, das hast du wieder mal wunderbar geschrieben, mach weiter so, ich freue mich immer wieder über deine neuen Geschichten, LG Uschi.

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