Mäuslein, Mäuslein, komm heraus

In einen großen Terrarium lebte eine große Mausfamilie: Es waren Papa Maus, Mama Maus, und 16, Kinder, und es kamen immer mehr dazu. Mama Maus Ida hatte vor drei Tagen erst wieder Babys bekommen, es waren drei an drei Zahl.

Papa Maus Uwe fragte sich immer wieder, wo das noch hinführen sollte, aber seine Frau, die Ida, sagte: „Mach dir keine Sorgen, Papa Maus, Mama Maus macht das schon.“
Sie legte sich in ihr Nest und säugte ihre Babys.

Es war schon spät geworden. Die Mäusekinder spielten immer noch Fangen und Verstecken, sie pfiffen vor Freude, sie bekamen vom Spielen nie genug. Papa Uwe bemerkte zuerst das es Zeit zum Essen war. Da wurde das Terrarium auch schon geöffnet, und Tina, das Menschenmädchen, rief „Mäuslein, Mäuslein komm heraus“.
Da fingen die Mäuse alle an zu flitzen, und versammelten sich um die zwei Näpfe. Nur Mäusemama Ida blieb in ihren Nest liegen. Tina rief noch einmal: “Mäuslein, Mäuslein komm heraus. Da sah sie erst, dass Ida wieder Babys hatte. Tina freute sich riesig. Sie streichelte über das Nest. Mama Maus biss ihr in den Finger, was so viel heißen sollte wie: „Lass die Finger weg, das sind meine Babys!“

Endlich legte Tina das Futter in Näpfe. Außer Körnerfutter gab es heute noch Apfelscheiben und Bananenstücke und viel Heu, sodass alle gut satt wurden. Die Mäusekinder fingen gleich nach dem Essen wieder an zu spielen, wie das Kinder eben so tun. Sie spielten Ringelreihen und sangen dazu:
“Mama Maus sieht wie alle Mäuse aus Papa Maus sieht wie alle Mäuse aus.“

Abbildung: (c) Denise / pixelio.de

Abbildung: (c) Denise / pixelio.de

Jetzt spielten die Mauskinder noch Namen aufzählen, das war nicht einfach bei so vielen Geschwistern. Der Kleinste fing an: Mama Ina Papa Uwe, die Brüder – es waren sechs – Ole, Udo, Ernst … Schon wusste der kleine Kurt nicht weiter. Nun kam Ole dran. Also sagte er:
„Ich bin der Größte ,und ich weiß alle Namen!“
Mama sagte: „Erst mal sehen! Los geht’s!“
„Ole, Kurt , Udo, Ernst , Micha, Ulli. So, die Jungs haben wir schon.“, sagte Ole. „Haha, nur noch die Weiber!“
„Das sind Mädchen!“, schimpfte Papa.
„O ja“, kam von Ole . „Ulla, Emma ,Erna, Tille, Teuthe, Anna, Lina, Elsa …“
Ole musste lange überlegen, aber ihm fielen die letzten Namen doch noch ein.
„Ah, ich weiß!“, rief er, „Lisa und Lola!“
Alle riefen „bravo, bravo!“

Da kam Mama Maus Ida. Sie sagte: „Jetzt brauchen wir noch drei Namen, zwei Jungen- und ein Mädchenname.“
Die Mäuse überlegten lange. Dann sagte Papa: „Das Mädchen soll Lili heißen, die Jungs Toni und Tom.“
Mama Maus fand die Namen auch schön.
Nun sagte Vater: „Gehen wir schlafen!“

Abbildung: (c) Denise / pixelio.de

Abbildung: (c) Denise / pixelio.de

Was Vater sagt wurde getan. Mama und Papa legten sich zu den Babys, die Mäusekinder legten sich auch schlafen. Doch schon ganz früh am anderen Morgen tobten die Mäuslein wieder durchs ganze Terrarium. Sie bemerkten gar nicht dass Tina in das Terrarium schaute. Tina öffnete das Terrarium und rief: „Mäuslein, Mäuslein, komm heraus!“

Blitzschnell kamen alle Mäuse zu den Näpfen gelaufen. Tina legte schnell das Futter hinein. Sie hatte heute noch einen Maiskolben dabei, den versteckte sie im Heu. Mama Maus streckte zuerst ihr Näschen in die Luft und roch denn Maiskolben , dann stieg auch den anderen der Duft in die Nase. Alle zusammen zogen ihn dem Heu vor und begangen zu knabbern.

Die Mäusekinder schubsten sich gegenseitig vom Kolben .
„Das ist meins!“, schrie Kurt.
„Lass das!“, rief Lisa.
„Kinder, seid doch leise! Streitet nicht, der Kolben ist so groß er reicht für uns alle“, sagte Papa. ,,Seid jetzt leise, die Babys wollen schlafen.
„Da schrie Elsa ganz laut: „Die schlafen gar nicht!“
“Sei leise“, ermahnte Papa noch einmal.

Da schabten die meisten Kinder sich ein Körnchen vom Mais und verkrochen sich unter ihre Schlafhäuschen. Nur Elsa lief nicht weg.
Papa und Mama wunderten sich. Da rief sie noch einmal ganz laut: „Schau doch hin, Mama, die Babys schlafen nicht die schauen aus ihren Nest!“
Jetzt sahen es auch Mama Maus und Papa Maus und freuten sich.
„Leise“, sagte Papa.
„Schau nur, Uwe“, sagte Ida, „wie groß sie schon sind! Waren sie doch vor ein paar Tagen noch nackt und blind, haben die drei jetzt schon ein schönes Fell.“

Da kamen auch die Geschwister langsam und leise angelaufen und schauten nach den Babys. Aber wie es eben so war, fingen sie an zu streiten.
„Ich möchte zuerst!“, rief Anna.
Die Babys erschraken. Husch , waren sie im Nest verschwunden
„Ach“,sagte Mama. „Lili,Toni, und Tom wollen noch schlafen . Last uns ein bisschen singen.
Die Mäuse stellten sich in Kreis und sangen „Mama Maus Papa Maus“.

Tina war von der Schule zurück. Das erste, was sie machte, war nach ihren Mäusen zu sehen.
„Hallo meine Lieben“, begrüßte sie die Mäuse und dann rief sie wieder: „Mäuslein, Mäuslein komm heraus! Aber dieses Mal hatte Tina kein Futter, sondern sie wollte ihren Mäuschen etwas Trauriges sagen.
Tina sagte „Ich soll ein paar von euch hergeben, und danach soll ich euch trennen.“
Als sie das so sagte, musste sie weinen . Tina weinte so heftig, dass sie kaum noch reden konnte . „Für euch heißt: Die Mädchen kommen zu Mama Maus die Jungen zu Papa Maus.Aaber eine Familie muss zusammen bleiben.

Tina holte eine Schuhschachtel. Danach fing sie alle Mäuse ein , setzte sie in die Schachtel und lief mit der Schachtel auf den Dachboden. Auf den Boden waren die alten Möbel von Oma, die vor zwei Jahren gestorben war. Von ihr hatte Tina die Mäuse. Da waren es nur zwei gewesen, Mama und Papa Maus.

Tina lief auf Omas alten Vorartschrank zu. Er sollte das neue Zuhause für die Mäuse werden. Es war ein sehr großer Schrank mit vielen Fächern. Seine Türen waren aus Draht. Jetzt bohrte Tina noch mit einem alten Handbohrer viele Löcher, sodass die Mäuse auf die verschiedene Ebenen kommen konnten.

Tina richtete den alten Schrank ein. Sie stellte eine große Waschschüssel mit Sand hinein, eine andere mit Streu. Sie hängt zwei Heuraufen auf. Es kamen noch ein paar Papprollen dazu, und natürlich Näpfe und eine Kleintiertränke.

„Gut, sehr gut“, lobte sich Tina selber. Nun stelltes sie die Schachtel mit den Mäusen hinein und rief ganz laut „Mäuslein, Mäuslein komm heraus!“
Tina, hatte die Näpfe schon gefüllt. Als sie die Schachtel öffnete, schauten die Mäuse ganz vorsichtig über den Rand. Aber bald sprangen sie heraus und schauten sich ihr neues Zuhause an. Papa Maus und Mama Maus fanden es riesig, das neue zu Hause. Die Kindermäuse spielten noch wilder als sonst.

Tina redete mit ihren Eltern. Die fanden es auch gut, dass Tina die Mäusefamilie zusammen gelassen hatte. Aber eines musste Tina versprechen: Die nächsten Mäusebabys werden bei anderen Mäuseliebhabern untergebracht. Gesagt, getan, versprochen, wird nicht gebrochen , auch wenn es für Tina etwas traurig war.

Abbildung: (c) Denise / pixelio.de

Abbildung: (c) Denise / pixelio.de




Autor: Roswitha Waldbüßer

ro.waldbuesser@gmail.com


Fotograf/Künstler: © Denise / www.pixelio.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2015/06/23/maeuslein-maeuslein-komm-heraus/

3 Kommentare

  1. Ob das ursprünglich als Vorlese- und Mitmach-Geschichte konzipiert wurde? Würde sich jedenfalls gut dafür eignen. Kinder würden bestimmt mit den Mäusen mitsingen und „Mäuslein, Mäuslein, komm heraus!“ rufen. Vielleicht auch demenzkranke Patienten, da kenne ich mich nicht so aus.

    In Wirklichkeit würde das mit der Mäusefamilie auf dem Dachboden so natürlich nicht funktionieren. Das gäbe eine Mäuseplage vom Feinsten, denn ich gehe mal davon aus, dass auch die Geschwister untereinander jede Menge Mäusekinder bekämen. In dieser Geschichte, die ja märchenhafte Züge trägt, ist das natürlich kein Thema.

      • Roswitha Waldbüßer
      • Roswitha Waldbüßer on 24. Juni 2015 at 18:26
      • Antworten

      Ich habe sie in Grundschulen schon oft gelesen kam wirklich gut an und die kinder haben gut mit gemacht

      genau auch die Geschwister bekämen auch viele Mäuse kinder untereinander

      Vielen Dank

  2. Eine wunderhübsche Mäusegeschichte, Kinder werden begeistert sein, mir hat sie auch gefallen, eine Mäusegeschichte vom Feinsten.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.