Minka kommt nicht mehr

Ich sehe sie noch vor mir, lustig, frech, lebenslustig. Schwarz-weiß war ihr Fell, ein weißes Schnäuzchen hatte sie und vier weiße Pfötchen, sogar ihre Schwanzspitze war weiß. Ja, sie war schon etwas ganz Besonderes, meine kleine Minka, meine Spielgefährtin.

Fast zwei Jahre habe ich sie gekannt, denn sie lebte hier, wo ich auch wohnte. Auf dem Lande, mit Hühnern, Tauben und einem Pferdle. Meistens kam sie zum Fressen, denn hier bei unseren Vermietern standen immer gefüllte Schüsseln und frisches Wasser parat.

Ein richtiges Zuhause hatte Minka nicht. Sie mochte auch die Menschen nicht so sehr und um Kinder machte sie einen großen Bogen. Vermutlich hatte sie viele Dinge erlebt, über die sie nicht reden wollte. Aber spielen konnte sie und im Rennen war sie die Schnellste von uns allen.

Wir waren meistens zusammen, die Minka, die Braune , die Graue und ich der Kater Samy. Alle kamen zum Fressen hier her, dann spielten wir fast den ganzen Tag zusammen. Am Abend gingen wir unsere eigenen Wege.

Und dann kam Minka nicht mehr. Zuerst dachte ich, sie hat neue Spielgefährten. Das kam schon mal vor, aber es dauerte meistens nur wenige Tage, dann erschien sie wieder. Dieses mal dauerte es schon zwei Wochen und von Minka noch immer keine Spur.

Ich suchte sie an den Plätzen, wo wir auch noch spielten, aber auch hier fand ich sie nicht. Die Graue und die Braune hatten sie auch nicht gesehen. Die Hoffnung , Minka wiederzusehen, schwand immer mehr dahin. Dann kam mir der Zufall zur Hilfe: Frauchen und unsere Vermieterin unterhielten sich und beide waren sehr traurig. Meine Minka war gefunden worden, im Feld hinter unserem Haus. Sie hatte Rattengift gefressen, die liebe kleine Minka!

Ich war sehr traurig, mein Frauchen und unsere Vermieterin auch.

Es war eine schöne Zeit mit dir, kleine Minka, ich denke oft an dich und deine wunderschönen grünen Augen.

Foto: (c) karin averbeck / pixelio.de

Foto: (c) karin averbeck / pixelio.de




Autor: Ursula Geier

UrsulaGeier@web.de
www.urska.jimdo.com


Fotograf/Künstler: © karin averbeck / www.pixelio.de

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1 Kommentar

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 18. Juni 2015 at 08:49
    • Antworten

    Ein grausames Ende, man darf es sich gar nicht vorstellen. Es ist der Preis der Freiheit, dass man halbwilde Katzen nicht beschützen kann.
    LG Margrit

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