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Geier

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Der mit den großen Händen

Heute ist Frauchens Tochter gekommen und hat einen Korb mit Gittern mitgebracht. Ich freute mich riesig, denn ich durfte heute Auto fahren. Bereitwillig sprang ich in den Korb und wurde ins Auto gebracht.

Dann ging es los, es schaukelte und rumpelte, und es gefiel mir gar nicht, um es auszuhalten, weinte ich laut und wollte wieder raus aus dem Korb, aber das ging nicht.

Endlich waren wir angelangt, jetzt kam auch noch Anna dazu, meine Anna, die immer so ganz besonders lieb zu mir war, da fühlte ich mich gleich besser.

Wir gingen in ein Zimmer und das sah und hörte ich lauter Katzen und Hunde, sie waren alle sehr aufgeregt und erzählten mir, wir seien beim Tierarzt. Ich fragte was wir denn hier machten, da redeten alle durcheinander und ich war total verwirrt.

Endlich nach fast zwei Stunden, die mir schrecklich lang vorkamen, durfte ich aus dem Korb und ein Mensch mit großen Händen legte mich auf einen Tisch. Das gefiel mir gar nicht und ich wollte weg. Aber ich konnte nicht, seine riesigen Hände hielten mich ganz fest und er drückte an mir herum und meinte, ich wäre ein schöner und gesunder Kater.

Aber, so sagte er, die Bisswunde an seinem After gefällt mir gar nicht, da müssen wir was tun. Dann nahm er so ein langes Ding und füllte eine Flüssigkeit hinein, die er mir in meinen Muskel spritzte. Das tat so schlimm weh, dass ich vom Tisch springen wollte. Konnte ich aber nicht, der Mensch hielt mich ganz fest. Jetzt fauchte und knurrte ich so laut, wie ich nur konnte, aber es half nichts, der Mensch ließ mich nicht los. Er gab mir noch eine Spritze, so hieß das lange Ding und meinte, jetzt wäre alles okay. Endlich setzte er mich in meinen Korb und ich durfte nach Hause. Und wieder schaukelte das Auto, aber ich war zu erschöpft um zu weinen, ich wollte nur noch meine Ruhe haben und schlafen.

Zuhause angekommen schlief ich sofort ein und träumte von dem Menschen mit den riesigen Händen. Anna erzählte mir dann, ich sei ein tapferer Kater gewesen und der Tierarzt, das war der mit den großen Händen würde mir nur helfen. Die Spritze sein dazu da, damit ich keine Blutvergiftung bekommen und ein gesunder Kater bleiben würde. Einmal im Jahr müsse ich dort hin und mich untersuchen lassen, meine Impfungen bekommen und entwurmt werden müsse.

Das gefiel mir gar nicht, aber Anna sagte, das sei sehr wichtig für mich, und was Anna sagte, das glaubte ich, denn Anna hatte mich ganz doll lieb, und ich sie auch.

Muss er immer meinen After anschauen flüsterte ich Anna ins Ohr, denn ich schämte mich , das mochte ich nicht. Nein, sagte Anna, nur wenn dich einer dort beißt. Da war ich beruhigt, das würde ich versuchen zu verhindern. Auf jeden Fall, wusste ich jetzt was ein Tierarzt ist und dass er mir hilft, wenn ich krank bin oder gebissen werde.

Illustration: Stefan Bayer / pixelio.de




Autor: Ursula Geier

UrsulaGeier@web.de
www.urska.jimdo.com


Fotograf/Künstler: © Stefan Bayer / www.pixelio.de

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6 Kommentare

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  1. edithtg
    edithtg

    Ja, da mutieren selbst die liebsten Katzen zu regelrechten Monstern. Man würde ihnen ja gerne erklären, dass das nur ihrer Gesundheit dient, aber sie verstehen es eben nicht.

    (Und ich hatte hier wieder mal die Gelegenheit, eine Illustration von Stefan Bayer zu verwenden. Der Mann kennt sich aus! 🙂 )

  2. Hans Witteborg

    Nch Aftrer Shave nun After Scham,
    der kater ist dem Tieraarzt gram!

  3. Ursula Geier

    Hallo Hans

    danke für deinen lieben Kommentar, freue mich, wenn es dir gefällt, Gruß Uschi.

  4. Ursula Geier

    Hallo Edith

    schön, dass die Tiergeschichte gefällt, freue mich immer über Kommentare, Gruß Uschi.

  5. Margrit Baumgärtner

    Der Tierarzt kommt mit seiner Spritze,
    der Kater springt wie Kugelblitze.

  6. Ursula Geier

    Liebe Margit, genauso hat es sich zugetragen, mein Kater wurde zum Tiger, danke für den schönen Kommentar, Gruß Uschi.

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