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Geier

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Mein neuer Name ist „Diabolo“

Ich bin der Kater Samy und eigentlich ein ganz lieber Kater, aber seit ich beim Tierarzt war und wieder einmal ein paar Tage nicht raus darf, wehre ich mich und das gefällt meinem Frauchen überhaupt nicht.

Und damit ihr mich versteht, erzähle ich euch, was ich so mache. Zuerst einmal versuche ich zur Katzenklappe hinaus zu gelangen. Leider ist die verschlossen und das ärgert mich. Also kratze und beiße ich und dazu schreie ich, damit man mich hört.

Nachdem das mit der Katzenklappe nicht geht, nehme ich mir die Fenster vor, ich will durch den Spalt des gekippten Fensters raus, aber das darf ich auch nicht, die Fenster werden ganz zugemacht, da muss ich doch am Fensterrahmen kratzen.

Jetzt werde ich richtig böse und hänge mich in die Gardinen, leider hilft das auch nicht, ich muss die Gardinen runter reißen, damit man sieht, dass es mir total ernst ist, mit dem raus wollen. Geschafft, die zweite Gardine liegt auf dem Boden und sieht übel aus. Frauchen sagt ernst „Nein, nein, nein“ und schaut böse aus.

Okay, sie will mich nicht verstehen, dann mache ich weiter, ich springe auf den Schrank und werfe die Hexe und den Bauern herunter, die mag ich sowieso nicht. Jetzt sagt Frauchen zum ersten mal „Diabolo“ zu mir, das heißt übersetzt „Teufel“, dazu droht sie mir mit dem Zeigefinger und schüttelt den Kopf.

Aber ich will raus und das unbedingt, drinnen gefällt es mit gar nicht. Ich fresse von der Grünlilie die Spitzen ab und werfe die kleinen Blumentöpfe von der Fensterbank. Nun packt mich mein Frauchen und sperrt mich ins Gästezimmer. Zuerst bin ich ruhig, dann schreie ich in den allerhöchsten Tönen.

Es hilft auch nichts, ich muss auf die Türklinke springen und die Türe selber aufmachen. Und so mache ich es mit jeder Türe, irgendwann wird sie mich ja hinaus lassen. Macht sie aber nicht. Okay, dann lege ich eine Pause ein und warte einfach mal ab. Natürlich schrei ich die ganze Nacht „Miaauuuu. Mirrooo, Miaaumiroo, ich höre nicht auf, aber Frauchen reagiert nicht und schläft , ich springe auf ihren Bauch, da brüllt sie richtig laut:“rrrraus, und nicht mehr rein.

Zum Glück hat sie vergessen die Haustüre abzusperren, ich springe auf die Klinke und bin weg. Und ich sage euch, sie ruft mich ganz lieb, „Samy“ ruft sie, aber ich komme erst nach zwei Tagen wieder heim, und bekomme mein Lieblingsfutter und viele Streicheleinheiten.

Ich war so müde und schlief erst mal. Zum Glück kennt sie mein Versteck nicht, es ist um die Ecke im Hühnerstall.

Foto: © Alexandra H. / pixelio.de




Autor: Ursula Geier

UrsulaGeier@web.de
www.urska.jimdo.com


Fotograf/Künstler: © Alexandra H. / www.pixelio.de

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4 Kommentare

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  1. Margrit Baumgärtner

    Der Freisinn der Katzen ist eben nicht zu unterschätzen. Einsperren geht gar nicht !

  2. Hans Witteborg

    Es hilft auch die Gardinenpredigt
    bei einer Katze herzlich wenig.

    Schöne Geschichte!

  3. Ursula Geier

    Ja, und jetzt ist er wieder lieb mein Samy und ich kann endlich schlafen, Danke für eure netten Kommentare.

    1. edithtg
      edithtg

      Ich habe gerade zu meinen drei Katern noch die beiden Katzen meines ehemaligen Kollegen durch die Wohnung toben. Jetzt warte ich noch drauf, dass meine Nachbarn übers verlängerte Wochenende zu den Eltern fahren – dann hab ich 8 Katzen zu versorgen. Gut, die drei Katzen der Nachbarn kommen nicht zu mir, die bleiben in ihrer Wohnung, da husche ich nur mehrmals am Tag rüber. Aber da ist auch ordentlich Umtrieb! Und ich füttere und putze im Akkord.

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