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Seehund Lewis – Teil 1 von 3

Lewis

Nein, hier geht es nicht um den gleichnamigen Oxford-Krimi der BBC, oder jedenfalls nur indirekt. Vor zwei Jahren hatten wir ja schon einmal einen Seehund, Mara, adopiert. Ich weiß, der korrekte deutsche Ausdruck ist “Seehundpatenschaft”, aber das niederländische “adoptie” gefällt mir einfach besser, und deshalb werde ich es weiterhin so nennen.

Jedenfalls fanden wir, dass es wieder einmal Zeit für einen Seehund wurde, und nach einem netten Mailwechsel mit der Seehundstation Pieterburen durften wir uns einen Namen aussuchen. Es wurde Lewis, da die Hauptperson des oben genannten Oxford-Krimis Robert (Robbie) Lewis heißt. Irgendwie erschien uns das passend.

Hier ist er also:

Foto: © Grenzwanderer

Gefunden wurde er am 14. Januar 2014 auf Vlieland, und er ist ungefähr ein halbes Jahr alt. Er ist vom Lungenwurm befallen, so dass er nicht mehr nach Futter tauchen kann. Aus diesem Grund wiegt er nur etwas über 18 kg, was nicht gerade viel ist, wenn man bedenkt, dass ein Seehund, wenn er fünf Wochen alt ist und nicht mehr gesäugt wird, mindestens 30 kg wiegen sollte und ein ausgewachsenes Seehundmännchen ca. 140 kg auf die Waage bringt.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich unheimlich viele Schwermetalle und Giftstoffe im Wattenmeer abgelagert – durch Verklappen von Müll in der Nordsee und in den zahlreichen Flüssen. Man denke nur daran, was die vielen Fabriken früher alles in den Rhein gekippt haben. Auch wenn das Wasser inzwischen wieder viel sauberer ist, wird es doch noch sehr lange dauern, bis auch der Grund des Wattenmeers sich wieder erholt hat. Die Giftstoffe werden von Plankton und anderen Kleinstlebewesen aufgenommen, die von Fischen gefressen werden, die wiederum von den Seehunden verspeist werden. Auf diese Weise sammeln sie sich in der Speckschicht der Seehunde an. Und wenn ein Weibchen sein Junges säugt, wird diese Speckschicht abgebaut und die Giftstoffe geraten so in die Muttermilch und werden von den jungen Seehunden direkt aufgenommen. Sie schwächen das Immunsystem der Jungen, so dass sie anfällig für alle möglichen Krankheiten und Parasiten werden, unter anderem auch den Lungenwurm.

Lewis ist nun einige Wochen in Quarantäne, wo er gefüttert und mit den notwendigen Medikamenten behandelt wird. Dann kann er hoffentlich ein größeres Becken umziehen, wo er auch schwimmen und mit Artgenossen spielen kann. Wenn alles gut geht, kann er nach zwei bis drei Monaten freigelassen werden. Vielleicht schaffen wir es ja dieses Jahr, dabei zu sein.

Leider hat die Seehundstation auf ihrer neuen Website bei den Webcams nicht mehr die Namen der Seehunde aufgeführt, die in den jeweiligen Räumen sind, so dass wir Lewis nicht beobachten können, wie damals Mara. Aber besuchen werden wir ihn sicher bald.

– Fortsetzung folgt –

Teil 2:
http://www.tiergeschichten.de/2014/06/11/seehund-lewis-teil-2-von-3/
Teil 3:
http://www.tiergeschichten.de/2014/06/11/seehund-lewis-teil-3-von-3/




Autor: Scrooge


www.grenzwanderer.wordpress.com


Fotograf/Künstler: © / www.grenzwanderer.wordpress.com

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