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Bärbel Oftring: An Tümpel, Fluss und Meer – Das Natur-Mitmachbuch für Kinder (10 – 12 Jahre)

Bärbel Oftring: An Tümpel, Fluss und Meer – Das Natur-Mitmachbuch für Kinder, Bern 2014, Haupt Verlag, ISBN 978-3-258-07842-7, 128 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Klappenbroschur, 26 x 23,6 x 1cm, EUR 19,90 (D), EUR 20,50 (A), sFr. 26,90.

Abbildung: © Haupt-Verlag

Was uns als Kindern früher bei Strafe verboten war, ist hier Programm: In dieses Buch darf, ja soll man hineinschreiben, Skizzen machen, Tabellen ausfüllen, antworten Ankreuzen, Verbindungslinien ziehen, Fotos einkleben … Es ist ein Mitmachbuch für Kinder, die gerne draußen sind und die Natur selbst erforschen wollen.

Hier wird’s nass und matschig, weil an und im Wasser geforscht wird. Einer gewissen elterlichen Aufsicht bedürfen diese Aktivitäten teilweise schon.

Niemand „muss“ alles in dem Band durcharbeiten. Die einzelnen Themenbereiche sind voneinander weitgehend unabhängig und sie sind farblich markiert. Wer also spezielles Interesse hat an Insekten und Spinnen, an Säugetieren, Amphibien und Fischen, an Weichtieren und Krebsen, an der Vogelwelt, Blumen und Baumen, an Jahreszeiten oder dem Wetter, der kann gezielt die entsprechenden Kapitel aufschlagen, sich schlau machen und den Vorschlägen und Instruktionen folgen.

Zu allererst sollten sich die angehenden Wasserforscher aber mit den hilfreichen Basis-Informationen und Empfehlungen auf den Seiten 6 und 7 befassen. Nicht dass einer vor lauter Forscherdrang noch die Verpflegung vergisst …

Grundlegendes erfährt man in den hellblau markierten Themenbereichen DRAUSSEN SEIN und LEBENSRÄUME AM WASSER. Welche Tiere und Pflanzen sind wo zuhause? In welche Abschnitte und Zonen teilt man Flüsse, Seen und Küsten? Was ist das Besondere an Auenwäldern? Wer frisst was oder wen? Welche Lebewesen bewohnen den Sandstrand? All dies und vieles mehr erfährt man hier. Selbst erwachsene Landratten können hier noch einiges lernen. Nie habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie weit wohl der Horizont entfernt ist, wenn vom Strand aus aufs Meer schaut. Jetzt weiß ich es.

Man lernt, wie man eine Gezeitentabelle anlegt, wie man einen phänologischen Jahreskalender führt (wann blüht was, wann sieht man welche Tiere), wie man Lurche, Möwen, Libellen etc. beobachtet und die verschiedenen Arten voneinander unterscheidet. Das ist nicht so einfach, weil zwar die Unterscheidungskriterien glasklar vermittelt werden, aber die Abbildungen mitunter sehr klein sind. Man sieht nicht immer, was man sehen sollte.

Vögel und Säugetiere, die am Ufer leben, kann und sollte man aus der Distanz betrachten, schon um sie nicht zu stören. Um Fische, Meerestiere und Wasserinsekten in ihrem Lebensraum zu erforschen, muss man schon nahe ran oder mitten rein ins nasse Element. Also Ersatzkleidung einpacken und gut aufpassen, dass den Jungforschern nichts passiert.

Man sollte sicherheitshalber auch keine unbekannten Wassertiere anfassen. Da sind ein paar dabei, die recht eklig beißen oder stechen können. Und manche Quallenarten sind giftig. Die fleischfressenden Unterwasserpflanzen dagegen, die in flachen Tümpeln, moorigen Weihern und in den Altarmen von Flüssen vorkommen – der so genannte Wasserschlauch – wird nur kleinen Wassertieren gefährlich. Den Menschen tun sie nichts.

Tiere und Pflanzen, Gewässer, Wetter und Gezeiten, Sand und Steine, Rätsel und Spiele, Experimente und Abenteuer, wandern, paddeln, nachts am Strand sein, Spuren suchen, Kescher, Wasserräder und Guckgläser für Unterwasserbeoachtungen selber bauen … das Buch bietet eine faszinierende Vielfalt an Wissen und Anregungen.

Ergänzt wird das Buch durch Filme und Tonbeiträge, die man online aufrufen kann. Dazu scannt man entweder den QR-Code auf der entsprechenden Seite mit dem Smartphone ein oder ruft die Seite unter www.naturerleben.net auf. Unter der Rubrik „Mitmachbuch“ sind die zur Verfügung gestellten Beiträge nach Kategorien oder Themen geordnet.

Abbildung: www.naturerleben.net

 Nur die Abbildung eines ergänzenden Film-Angebots. Den Film gibt’s bei www.naturerleben.net.

Abbildung: www.naturerleben.net

 

Die Quizfragen sind manchmal ganz schön knifflig und erfordern Vorkenntnisse oder Recherchen, die über das vorliegende Buch hinausgehen. Dazu gibt es auf Seite 126 eine Liste mit Literaturtipps. Ein ausführliches Sachregister gibt es außerdem. Ein kleines Handicap ist, wie schon erwähnt, die Tatsache, dass die Bilder manchmal einfach zu klein sind. Wenn man die Küken auf den Fotos nicht richtig erkennen kann, wie soll man sie dann den richtigen Altvögeln zuordnen? (Seite 52). Die Auflösung der Quizfragen findet man zwar auf den Seiten 122/123, aber um das Wissen aufs reale Leben übertragen zu können, wäre es schon toll, wenn man die Objekte auf den Bildern eindeutig identifizieren könnte. Aber das ist eine kleine Einschränkung bei diesem überaus informativen und anregenden Mitmachbuch.

Die Autorin
Bärbel Oftring ist Diplom-Biologin. Ihre Liebe zur Natur setzt sie heute als Autorin, Redakteurin und Herausgeberin von zahlreichen Sachbüchern für Kinder und Erwachsene sowie in verschiedenen Naturforscherprojekten in die Tat um. Ihre Werke wurden bereits in verschiedene Sprachen übersetzt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.




Rezensent: Edith Nebel

EdithNebel@aol.com
http://www.boxmail.de


Foto Cover-Bild: © Edith Nebel

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