Albtraum

Wolkenlast, düsterer Himmel, zwei Krähen
lassen zum Spiel sich vom Winde verwehen,
flattern dann wieder zurück. Aus den Fichten
dringt lautes Krächzen, fünf Schwarzvögel richten
glänzende Augen zum Treiben der Schwestern.
Plötzlich erscheint – wie aus Dutzenden Nestern –
Wotans Gefolge. Das höllische Lärmen
schwillt bis zum Weckruf von weiteren Schwärmen
nachtdunkler Raben und teerfarbner Dohlen.
Mehr, immer mehr scheint der Wirbel zu holen.
Ängstlich verfolgen die Dörfler das Treiben,
hören die Kiele an Kielen sich reiben,
sehen der Schnäbel begieriges Zielen,
abseits nun aber von freundlichem Spielen.
Apokalyptische Flieger – nicht Reiter –
vogelmaskierte verwegene Streiter
finsterer Mächte, im Wissen des Sieges.
Stirnschweiß beendet den Albtraum des Krieges.
Wach wieder, hör ich das Flöten der Amseln.

Foto: © Ingo Baumgartner

Foto: © Ingo Baumgartner



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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1 Kommentar

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 26. Mai 2014 at 08:19
    • Antworten

    Packendes Horrorgedicht !

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