500 Jahre Gestüt Marbach, Teil 1

Was macht man, wenn man unbedingt eine Veranstaltung besuchen möchte, zu der tausende Besucher erwartet werden und bei der daher von einer Anreise mit dem Auto dringend abgeraten wird ? Ganz einfach. Man steht an dem entsprechenden Sonntag, den 18. Mai 2014 um 6.00 Uhr auf und beginnt eine etwas umständliche Reise mit S-Bahn, Regionalzug, Bus und Sonderbus zum Ort des besonderen Ereignisses: Dem 500-Jahre-Jubiläum des Gestüts Marbach auf der Schwäbischen Alb im Kreis Reutlingen.

Und so stehe ich nach 3,5 Stunden Anreise an der großen Pforte des ältesten staatlichen Gestüts Deutschlands, voller Vorfreude auf diesen Tag der Offenen Tür. Vor 3 Jahren war ich im November schon einmal hier (s. Gedicht „Gestüt Marbach im Winter“), doch nun im Mai wartet die besondere Besucherattraktion: Es ist „Fohlensaison“ und auf den weitläufigen Frühlingswiesen tummeln sich die Fohlen mit ihren Müttern.

Vorerst stehe ich im Gestütshof, umgeben von historischen Gebäuden, der Gestütsverwaltung, der alten Geschirrkammer (Kutsch- und Reitgeschirre), dem Gebäude mit Seminar- und Schulungsräumen (der Betrieb hat 50 Auszubildende) und dem neuen Informations- und Besucherbereich. Rund um den historischen „Stutenbrunnen“ hat der Südwestfunk (SWR 4) eine große Bühne aufgebaut, um live mit einer Sondersendung von diesem Festwochenende zu berichten. Diesen Bereich voller Trubel durchquere ich schnell und laufe in Richtung der großen Reithalle, in der heute mehrere Vorführungen stattfinden. Es gibt keinen freien Platz mehr, aber ich schaue mir auch lieber den Außenplatz an, wo die Pferde auf ihren Auftritt warten.

Schon kommen die ersten „Hingucker“: Vier Auszubildende des Gestüts führen je eine weiße Araberstute vor den Eingang. Sofort stehen die schlanken, edlen Tiere im Mittelpunkt des Interesses. Sie lassen sich bestaunen, fotografieren, auch anfassen – und schon kommt ein Kamerateam dazu und filmt die Schönheiten für eine TV-Sondersendung. Die Pferde mit dem typischen Kopf und der grazilen Figur stehen ruhig und geduldig in der Menschenmenge. Gleich dürfen sie in der Halle im wilden Galopp frei umherlaufen als Repräsentanten der berühmten „Silbernen Herde von Marbach“.

Diese Pferde sind Nachfahren der Herde von König Wilhelm I von Württemberg, der als erster Araberpferde in Reinform außerhalb des Orients züchtete (seit 1932). Er verfügte in seinem Testament, dass seine Araberzucht niemals aufgelöst werden dürfe. Seine Urenkelin vermachte die Zucht mit dieser Auflage dem Gestüt Marbach.

Eines dieser kostbaren Pferde steht vor mir und blinzelt mit seinen großen Augen in die Sonne. Dann aber geht die Tür zur Reithalle auf und die Schimmel laufen zu ihrem Auftritt. Zeit für mich, die Weiden mit den jüngsten Neuzugängen des Gestüts zu suchen….. Wo sind die Fohlen ?

(Fortsetzung folgt)

Foto: © Margrit Baumgärtner

Foto: © Margrit Baumgärtner




Autor: Margrit Baumgärtner

margritbaumgaertner@web.de


Fotograf/Künstler: © Margrit Baumgärtner / privat

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2014/05/21/500-jahre-gestuet-marbach-teil-1/

3 Kommentare

  1. Toll, dass wir auch „Außenreportagen“ haben! Danke!

      • Baumgaertner
      • Margrit Baumgärtner on 21. Mai 2014 at 16:47
      • Antworten

      War mir ein Vergnügen !

  2. Da kommt eine Pferdenärrin nicht dran vorbei!

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.