Glück finden

Der Obstbaum blüht, ein Rosenmeer beugt Zweige,
die Grille stimmt im Schaumkraut ihre Geige
und Löwenzahn hebt tausend Sonnenscheiben
aus kurzem Wiesengras. Da will ich bleiben,
für eine Weile nur, den Blick zum Berg hin richten,
im Blütenblätterschnee Gedanken schlichten,
zu forschen, wo das Glück zu finden ist.

Die laue Luft umschmeichelt meine Stirne,
die Nektardüfte vom Spalier der Birne
verzücken nicht nur Faltervolk und Biene,
sie klären tagbelastet ernste Miene
zum Lächeln. Eine Wiesenschaumzikade
nimmt ohne Zögern Platz auf meiner Wade.
Ich merke, Glück, dass du gefunden bist.

Foto: (c) Ingo Baumgartner

Foto: (c) Ingo Baumgartner



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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1 Kommentar

  1. Hoffentlich kein Wadenbeißer, der da Platz nimmt (lach). Schönes Gedicht!

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