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Geier

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In welchem Bettchen schlafe ich jetzt?

Ich bin Samy, ein Kater, und in einem Monat werde ich zwei Jahre alt. Als ich zu meinem neuen Frauchen gekommen bin, da war ich glücklich, denn ich kam aus einem Tierheim und dort wollte ich weg. In eine richtige Familie, aber ohne Hunde, die waren mir immer zu laut.

Mein Wunsch erfüllte sich: Ich bekam eine liebe Familie ohne Hund und ohne kleine Kinder. Als ich dort ankam, wurde ich lieb empfangen und auf den Arm genommen, das gefiel mir sehr gut. Dann sah ich mich in der Wohnung um. Was ich toll fand: Ich konnte vom Wohnzimmer aus direkt in den Garten gehen.

Noch schöner fand ich, dass ich zu jedem Fenster hinein und hinaus konnte. Aber leider ging das mit den Fenstern nicht immer so, ich bekam eine Katzenklappe. Die gefiel mir überhaupt nicht, ich wollte meine Fenster behalten, das macht einfach mehr Spaß. Leider wollte das meine Familie nicht, weil sie mir immer die Fenster auf und zu machen mussten. Zuerst setzte ich mich einfach der Reihe nach vor jedes Fenster und miaute. Leider half es nichts, also benutzte ich die Katzenklappe. Das Schöne daran war, dass ich zu jeder Tages und Nachtzeit herein und heraus spazieren konnte.

In der Wohnung hatte ich einen Katzenkorb, einen Kratzbaum und ein Sofa, dort fühlte ich mich richtig wohl. Dann entdeckte ich das Bett von meinem Frauchen und schlief öfter auch dort. Und im Wohnzimmer stand so ein Sessel, mit dem man schaukeln konnte, der gefiel mir genauso gut. Unter dem Sofa von Herrchen fand ich einen kleinen Bettkasten, dorthin verzog ich mich, wenn ich nicht gesehen werden wollte.

Ganz arg liebte ich die frisch gewaschene Wäsche im blauen Wäschekorb, die duftete so nach Blumen. Und dann entdeckte ich den großen Bauernschrank, dort sprang ich hinauf und warf die Milchkanne und die Holzfigur ins Zimmer. Sehr gerne kratzte ich am Ledersofa herum, das durfte ich nicht, gerade deswegen gefiel es mir so sehr.

Dann hörte ich wie Frauchen sagte: „So geht das nicht, der Kater muss seine Grenzen kennen lernen, der kann nicht machen was er will!“
Und dann durfte ich nicht mehr ins Bett von Frauchen, auch der Wäschekorb war „tabu“, das Wort hörte ich jetzt öfter. Der Schaukelsessel im Wohnzimmer war auch tabu, den Schrank konnten sie nicht zum „Tabuthema“ machen, weil ich mich einfach in die hinterste Ecke setzte. Aber ich bekam ein Bett, das man über die Heizung hängt, finde ich super, weil es dort so warm ist. Und eine kleine Katzenhöhle wurde für mich gekauft, dort ist es so schön kuschelig. Und vor dem Haus habe ich einen Karton entdeckt, dort gefällt es mir auch recht gut. Frauchen hat eine Decke hinein getan und ein Kissen, so gefällt es mir. Jetzt habe ich nur ein Problem, in welchem Bettchen schlafe ich jetzt?

Foto: © Andreas Genz / pixelio.de




Autor: Ursula Geier

UrsulaGeier@web.de
www.urska.jimdo.com


Fotograf/Künstler: © Andreas Genz / www.pixelio.de

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2 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Wenn Kater auf der Wäsche sitzen,
    bringt das die Hausfrau arg ins Schwitzen…

    (Grenzen müssen sein – Wäsche und Bett wären auch bei mir tabu !)

  2. Hans Witteborg

    jetzt fragt sich nur noch von welchem Tellerchen er fressen soll?

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