Claus Beese (Hrsg): Ist ja tierisch … Tiergeschichten-Anthologie der Lagerfeuer-Autoren

Claus Beese (Hrsg): Ist ja tierisch … Tiergeschichten-Anthologie der Lagerfeuer-Autoren, Goldebek 2014, Mohland Verlag, D. Peters Nachf., ISBN 978-3866752207, Softcover, 148 Seiten, Format: 14,3 x 20,3 x 1,1 cm, EUR 11,00.

Abbildung: (c) Mohland-Verlag

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Nein, wir von www.tiergeschichten.de stecken nicht hinter dieser Kurzgeschichtensammlung, auch wenn ein paar der Lagerfeuer-Autoren schon bei uns etwas veröffentlicht haben. Wenn wir ein Buch herausgebracht hätten, wäre es bestimmt so ähnlich geworden wie dieses: abwechslungsreich wegen der „Handschrift“ vieler verschiedener Autoren, Prosa neben Reim und Vers – und eine Sammlung lustiger und ernster Geschichten über Hund, Katze, Pferd, Spinne, Fisch und Schmetterling …

15 Autorinnen und Autoren haben sich im Internet am virtuellen Lagerfeuer getroffen und ihre tierischen Geschichten ausgetauscht. Claus Beese, den wir als Autor humorvoller maritimer Abenteuer kennen, fungiert als Herausgeber und hat auch selbst ein paar Beiträge beigesteuert. Da ahnt man dann schon, dass dies hier keine ausschließlich bierernste Veranstaltung sein kann. In der Tat bietet das Buch jede Menge Gelegenheit zum Schmunzeln und zum Kichern.

Liest man das Buch beispielsweise in der Bahn, wird man schon manchmal komisch angesehen, wenn man plötzlich laut lacht. Aber was soll man denn anderes tun, wenn einem Alice Höller gerade erzählt, dass Kater Goliath eine tote Maus im Toaster versenkt hat, was soeben ruchbar wird … oder wenn Claus Beese sich den Anglerfrust von der Seele dichtet („Das Fischlein“, Seite 27) … wenn Katharina Tsakiris sich mit einem Nachtfalter um die Vorherrschaft über den Rotwein zankt oder Bärbel Kache-Lungwitz darüber spekuliert, was wohl bei einer Verpaarung von Mistkäfer und Seidenspinner herauskäme.

Ob die Häuser englischer Schnecken tatsächlich linksgängig gedreht sind, wie Anita Koschorrek-Müllers Geschichte von „Mr. Humphrey“ (Seite 122) vermuten lässt? Wundern würde uns das nicht. Ein breites Grinsen entlocken uns Klaus-Dieter Welkers hartnäckige Versuche, sich von einem Hahn wecken zu lassen. Doch diese biologischen Wecker haben so ihre Tücken. Katherina Ushachov bringt uns mit einem Erlebnis aus ihrer Kindheit in Odessa zum Lachen: Während die Familie gebannt eine Fernsehsendung verfolgt, beschäftigt sich Kaninchendame Mrs. Push nach eigenem Gutdünken auf dem Balkon.

Gänzlich arglos gräbt der Maulwurf in Gregor Schürers Geschichte seine Gänge und ahnt nicht, was er damit anrichtet. Aus Maulwurfsicht sind die Folgen seines Tuns ja auch ziemlich unbedeutend. Und warum Fische Schuppen haben, wissen wir jetzt dank Wolfgang Reuters Gedicht auf Seite 138 auch. Sehr berührend ist Klaus-Dieter Welkers Geschichte von der kranken Hündin, die ungeahnte Kräfte mobilisiert, um ihr geliebtes Herrchen zu begrüßen („Neuronensturm“, Seite 52). Geradezu ins Philosophieren kommt man bei seinem Beitrag „Jagdausflug“ (Seite 21): Muss ein Hund – oder überhaupt ein Lebewesen – über genormte Fähigkeiten verfügen? Zählt nicht jedes Talent?

Das Buch hat vierzig Beiträge und es gäbe über jeden etwas zu sagen. Doch das würde den Rahmen dieser Buchvorstellung sprengen. Für alle, die es ganz genau nehmen, sei noch erwähnt: Nicht alle Gedichte sind handwerklich hundertprozentig perfekt. An manchen Stellen holpert’s ein bisschen beim Rhythmus. Den Unterhaltungswert beeinträchtigt das nicht. Ich sag’s nur.

Für diejenigen, die immer gerne wissen möchten, wer sie da so trefflich unterhalten hat, finden sich auf den Seiten 142 bis 145 Kurzbiographien der beteiligten Autoren. Und man sieht: So interessant und verschieden wie die Beiträge sind auch ihre Urheber.

Das sind die beteiligten Autorinnen und Autoren:
Alice Höller, Anita Koschorrek-Müller, Bärbel Kache-Lungwitz, Claudia Mech, Claus Beese, Gregor Schürer, Helga Licher, Jenny Heil, Katharina Tsakiris, Katherina Ushachov, Klaus-Dieter Welker, Martin Stumpf, Ruth Strasser, Stefan Ilius, Wolfgang Reuter.




Rezensent: Edith Nebel

EdithNebel@aol.com
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Foto Cover-Bild: © Edith Nebel

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