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Sensible Mambas

Das ist jetzt nicht erfunden! 
Dieses Telefongespräch war echt und ich habe mich bemüht, es so aufzuschreiben, wie es mir noch im Gedächtnis ist.

Heute 11.12 Uhr – das Telefon klingelt.
Ich gehe ran.

Telefon: „Guten Tag, meine Name ist Henriette (der Nachnamen war total vernuschelt) von der Firma XY.
“

Ich: „Guten Tag.“

Telefon: „Wussten Sie eigentlich, dass es böse Menschen gibt? Sehr böse Menschen sogar?“

Ich: „Ach was?“

Telefon: „Ja. Und darum rufen wir Sie an.“

Ich: „Ich bin aber nur bedingt böse.“

Telefon: „Nein, es geht auch nicht um Sie. Es geht um Ihr Haus.“

Ich: „Mein Haus ist aber nicht böse.“

Telefon: „Sicher nicht. Es gibt aber böse Menschen die bei Ihnen einbrechen wollen. Und davor wollen wir Sie schützen.“

Ich: „Das finde ich jetzt sehr nett und großzügig. Und wer sind diese bösen Menschen?“

Telefon: „Böse Menschen halt. Lichtscheue Gestalten. Aus diesem Grunde wollen wir Ihnen gern etwas Informationsmaterial über gewisse Sicherheitsstandards zuschicken. Dürfen wir das?“

Ich: „Eigentlich ist mein Haus gut geschützt. Ich habe zwei Deutsche Doggen und zwei Mambas – natürlich behördlich genehmigt und entsprechende Hinweisschilder sind auch vorhanden.“

Telefon: „Das hört sich doch gut an. Insofern ist folgendes Angebot sicher auch sehr interessant für Sie.“

Ich: „Ich bin ganz Ohr.“

Telefon: „Gefährliche Tiere müssen besonders sicher untergebracht werden. Und unser Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung gerade auch im Umgang mit Giftschlangen.“

Ich: „Die beiden Schlangen sind aber sehr sensibel.“

Telefon: „Für uns kein Problem.“

Ich: „Soll ich mit den beiden Mambas dann mal bei Ihnen vorbeikommen?“

Telefon: „Um Gottes Willen nein. Wir müssen die Tiere nicht sehen – wir beraten nur über Sicherheitseinrichtungen.“

Ich: „Ach so. Na denn …“

Telefon (eine Spur unfreundlicher): „Kann es sein, das Sie ein wenig den Ernst der Lage verkennen?“

Ich: „Absolut nicht. Ich sitze hier und lausche Ihnen.“

Telefon (nun schon eine weitere Stufe unfreundlich): „Gut – dann lassen wir das. Noch einen schönen Tag für Sie.“

Ehe ich den Gruß erwidern konnte hatte meine Telefongesprächspartnerin das Gespräch beendet. Hinzuweisen wäre noch auf folgendes: Ich besitze weder Hunde noch Schlangen.

Foto: © Sergej23 / pixelio.de




Autor: JV




Fotograf/Künstler: © Sergej23 / www.pixelio.de

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2 Kommentare

  1. edithtg
    edithtg

    Damit jetzt die „bösen Menschen“ nicht alle beim Autor einfallen, nachdem nun klar ist, dass es die Doggen und die Mambas gar nicht gibt, nennen wir ihn hier nur ganz geheimnisvoll „JV“.

  2. Margrit Baumgärtner

    Mit Telefonwerbung (welche eigentlich verboten ist) kann man, wenn man gerade Zeit und Lust hat, äußerst lustige Gespräche führen und so den Spieß umdrehen: Die Anruferin ist genervt ! In diesem Fall sehr gelungen!

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