Jana Fuchs: Dancing Queens. Alle Wege führen nach Waterloo – Roman

Jana Fuchs: Dancing Queens. Alle Wege führen nach Waterloo, München 2014, Knaur Taschenbuch, ISBN 978-3-426-51491-7, Softcover, 316 Seiten, Format: 19 x 12,6 x 2,4 cm, Buch: EUR 8,99 (D), EUR 9,30 (A), Kindle Edition: EUR 8,99.

Abbildung: © Knaur

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„Um ein Haar hätte ich mich doch noch versungen, als ich mir vorstellte, mein Mann sähe mich jetzt. Er wähnte mich im Schwarzwald im Schlammbad. Stattdessen war ich in Schweden von einem Schlamassel in den nächsten gestolpert und schließlich als Frida-Verschnitt auf der Bühne gelandet.“ (Seite 207)

Sollte MAMMA MIA eines Tages nicht mehr so erfolgreich sein und die Welt ein neues ABBA-Musical brauchen: Hier ist die Geschichte dazu! Ein turbulenter Roman rund um die legendäre schwedische Popgruppe, der dem Leser viel Vergnügen und einen Ohrwurm nach dem anderen beschert.

Helen Zimmermann, 44, Hausfrau und Mutter von erwachsenen Zwillingen, und Linda Jablonski, 32, Neu-Single und Kassiererin bei IKEA, kennen sich bislang nur virtuell – aus dem ABBA-Fanforum „The Visitors“. Als zum 40. Jahrestag des Grand Prix, den ABBA seinerzeit mit „Waterloo“ gewonnen haben, ein Festival in Stockholm angekündigt wird, wollen die beiden Frauen unbedingt gemeinsam dort hin.

Helen, ein etwas spießiger Kontrollfreak, möchte von ihrem Mann nicht ausgelacht werden und schwindelt ihm vor, sie mache eine Woche Wellnessurlaub im Schwarzwald. Stattdessen fliegt sie nach Schweden. Linda reist mit dem Fernbus an, und sie treffen sich im Hotel. So der Plan. Doch da Helen sich vor lauter Flugangst mit Beruhigungsmitteln und Sekt abgeschossen hat, steigt sie am Flughafen in Skavsta völlig verpeilt in den falschen Bus. Statt im Zentrum Stockholms landet sie in Norrköping.

Linda strandet schon kurz hinter Hamburg. Dafür kann sie aber nichts: Der Bus hat eine Panne. Kurzerhand organisiert sie sich auf dem Rastplatz eine Mitfahrgelegenheit nach Malmö. Handy sei Dank verabreden sich die beiden ABBA-Fans nun dort. Einige Pannen, Missverständnisse und SMS später treffen sie sich schließlich tatsächlich – in Göteborg. Inzwischen hat Linda einen Raubüberfall und einen Karaokewettbewerb überlebt und hängt jede Stunde am Telefon, um ihre ängstliche Mutter über die neuesten Entwicklungen zu unterrichten.

Wie es kommt, dass sich die beiden ohne Gepäck auf einem nostalgischen Dampfschiff wiederfinden und dort an mehreren Abenden als Agnetha und Anni-Frid in einer ABBA-Coverband auftreten, ist eine Geschichte für sich. Genau wie die Tatsache, dass sie schließlich völlig abgebrannt in Stockholm aufschlagen und als Kandidatinnen in einem ABBA-Fernsehquiz landen. Ob sie es überhaupt zu dem Festival schaffen, für das sie unter abenteuerlichsten Umständen angereist sind, steht in den Sternen. Denn da gibt es noch das eine oder andere Problem …

Kapitelweise abwechselnd erzählen die konservative Helen und die etwas über-optimistische Linda von ihrem völlig aus dem Ruder laufenden Schweden-Trip. Wobei davon auszugehen ist, dass Autorin Heike Abidi Helens Stimme ist und Tanja Janz aus Lindas Sicht schreibt.

Zu jeder noch so schrägen und abgefahrenen Situation passt wunderbarerweise ein Titel oder eine Textzeile aus einem ABBA-Song. Und so verfolgt die ABBA-kundige Leserin die verrückte Irrfahrt der beiden musikbegeisterten Damen mit Spannung und einem Schmunzeln – und hat dabei die ganze Zeit die passende Musik im Ohr. Da macht’s auch nichts, dass die Personenverwechslung im Polar-Hotel den Zufall ein klein wenig überstrapaziert.

Das wilde Schweden-Abenteuer verändert die beiden Frauen für immer. Helen kommt über ihr bisheriges Leben ins Grübeln und auch Linda sieht ihr persönliches Umfeld auf einmal mit ganz anderen Augen.

Irgendwie wäre dieses Buch ein verflixt cooler Film. Der Soundtrack steht ja schon. Die Geschichte macht gute Laune und liefert dazu noch jede Menge ABBA-Faktenwissen, weil Helen und Linda die Angewohnheit haben, einander mit schwierigen Quizfragen zu traktieren. Ja, wenn die beiden vorher Bescheid gesagt hätten, wären wir gerne nach Stockholm mitgefahren!

Die Autorinnen
Hinter dem Pseudonym Jana Fuchs verbergen sich Heike Abidi und Tanja Janz. Die beiden Autorinnen schwärmen von Kindesbeinen an für die gleiche Musikgruppe: ABBA. Mit DANCING QUEENS – ALLE WEGE FÜHREN NACH WATERLOO erfüllen sie sich den Traum vom gemeinsamen Buch über die Poplegenden aus Schweden.




Rezensent: Edith Nebel

EdithNebel@aol.com
http://www.boxmail.de


Foto Cover-Bild: © Edith Nebel

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1 Kommentar

2 Pings

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 8. April 2014 at 07:05
    • Antworten

    Die Sache mit der Flugangst passt ja auch sehr gut: Agnetha von ABBA litt wirklich darunter (was in dem Job nun wirklich ein Problem ist, wenn man so erfolgreich ist und von Konzert zu Konzert um die ganze Welt reisen muss). Dieses Buch würde mich als Oster-Urlaubs-Lektüre schon reitzen……

  1. […] Rezension von “Dancing Queens – alle Wege führen nach Waterloo” im Buchblog “Tiergeschichten“ […]

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