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Rosmaringo

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Der Nachtvogel

Des Nachtvogels Federkleid trägt keine Farben,
die je man gesehen hätt‘. Krähen und Scharben
verstecken die Schwärze nicht, zeigen sie immer.
Das Schementier will aber keinerlei Nähe,
es zeigt sich von fern nur, auf dass man es sehe
als Umriss im sterbenden Abendrotschimmer.

Sein stummes Verharren im Astwerk der Buche,
sein Kopf in erstarrter, befremdlicher Suche
nach dir lässt dich frösteln. Kein Kauzruf im Schweigen
macht derart betroffen und unbestimmt bange.
Und trotzdem glüht freudig erregt deine Wange,
der Nachtvogel sitzt nur für dich in den Zweigen.

Foto: © Ingo Baumgartner



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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2 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Sehr gruselig sind diese schwarzen Gestalten oft….und wenn man sie doch einmal ganz aus der Nähe betrachten darf, staunt man über ihre beeindruckende Größe !

    1. Ingo Baumgartner

      Die Nachtwelt ist uns Tageswesen nicht ganz geheuer. Danke Margrit.

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