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Geier

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Der Kater und das Pferdle

Wir waren umgezogen und unser Kater mit uns. Alles war neu, für uns und für den Kater. Schön fanden wir unser neues Zuhause, endlich keinen lauten Krach und Benzingestank mehr. Nur noch Natur , Tannenbäume und Blumen, dazu frische Luft Unsere Vermieter hatten Hunde, Katzen, Hühner und ein Pferd. Der Pferdestall lag etwas abseits vom Haus und das Pferd konnte vom Stall aus in die Wiese hinter dem Haus laufen.

Endlich konnten wir unseren Kater ohne Sorgen aus dem Haus lassen, er wurde ein Freigänger. Am Anfang ging er nur sehr zaghaft nach draußen, weil er die Umgebung nicht kannte. Dann unternahm er größere Streifzüge und blieb oft stundenlang weg. Und eines Abends kam er gar nicht nachhause.

Um fünf Uhr früh saß er laut miauend vor der Haustüre und als ich ihn herein gelassen hatte, sauste er wie ein Blitz zu seiner Futterschüssel, die er gierig leer fraß. Danach legte er sich ins Bett und schlief den ganzen Tag. Manchmal kam er auch schon um drei oder vier Uhr zuhause an. Weil ich nicht jeden Morgen so früh aufstehen wollte, ließ ich den Kater ein paar Tage nicht mehr raus. Das gefiel ihm überhaupt nicht und er miaute laut, dazu warf er die Blumentöpfe vom Fensterbrett und sprang auf die Türklinken um die Türen zu öffnen.

Okay, dachte ich, am besten geht der Kater nach dem Fressen um acht Uhr am Morgen nach draußen, mal sehen, wann er dann nachhause kommt. Es funktionierte, er kam heim, als es dunkel wurde, fraß und schlief. Dann kam die Zeit, wo er nachhause kam und nur noch wenig oder gar nichts mehr fraß. Er schaute nur noch in seinen Napf, nahm ein paar Bissen und legte sich in sein Körbchen. Ich machte mir Sorgen und fragte in der Nachbarschaft, ob sie meinen Kater fütterten. Nein, meinten sie, wir füttern keine fremden Katzen.

Also musste der Kater nah am Haus eine Futterstelle haben. Und tatsächlich, eines Tages entdeckte ich einige Strohhalme in seinem Fell, da wusste ich, wo er sich tagsüber aufhielt.
Er hatte sich mit den Katzen von unseren Vermietern angefreundet und im Stall stand immer eine Schüssel mit leckerem Katzenfutter. Heute habe ich meinen Kater im Pferdestall entdeckt und er sah recht munter aus. Als er mich gesehen hat, kam er fröhlich auf mich zugelaufen, miaute laut, dann lief er hinter mir her und hüpfte in sein Körbchen.
Tiere suchen sich ihre Freunde selber aus, in diesem Fall waren es nicht die Katzen, es war ein Pferd geworden. Von den Katzen nahm er nur das Futter, schlafen wollte er bei dem Pferd.

Foto: www.skeezixthecat.com – frei zu nutzen oder weiterzugeben




Autor: Ursula Geier

UrsulaGeier@web.de
www.urska.jimdo.com


Fotograf/Künstler: © skeezy / www.skeezixthecat.com - frei zu nutzen oder weiterzugeben

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6 Kommentare

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  1. Margrit Baumgärtner

    Stallkatzen gibt es ja sehr oft und überhaupt funktioniert die Lebensgemeinschaft zwischen Pferd und Katze sehr gut: Man tut sich nichts und nimmt sich nichts.

    1. Antonio

      Hallo Stine,da habt ihr ja einen sfcssen Familienzuwachs bekommen. Wir haben unesren Kater und die Katze damals aus dem Tierheim geholt. Sie waren zusammen in einem Ke4fig und auch ungefe4hr gleich alt ca. 12-16 Wochen.Verstehen tun sie sich nicht wirklich gut aber die Katze ist schnell und geht dem Kater aus dem Weg wenn der mal wieder schlechte Laune hat. Unser Kater ist sowieso ein schlimmer … der muss immer ke4mpfen und kommt ste4ndig *verunstaltet* nach Hause.Wir haben die beiden jetzt 6 Jahre und da noch keiner von beiden abgehauen ist scheint es doch irgendwo zu gehen. Wir hatten allerdings schon mal zwei Kater (Geschwister) von denen der eine den anderen verjagt hat.Das mit dem gemeinsamen Ffcttern hat bei uns fcbrigens nicht geklappt. Sobald das Dosenfutter da stand ist der Kater drfcber hergefallen. Ich habe es mit zwei Ne4pfen versucht… einen draussen einen drinnen … aber die Katze hat dann nicht gefressen. Jetzt bekommen sie einen Napf … die Katze schleckert etwas von der Sosse und der Kater den Rest ;).Liebe Grfcdfe und einen schf6nen Start in die Woche!Anja

  2. Ursula Geier

    Ach ist das süß, das Bild mit dem Pferdle und dem Kätzchen passt super dazu. Herzlichen Dank .

    1. Gena

      Hallo Ursel,bei uns kam bis jetzt noch nie eine Maus aus dem Ablauf, das sollte auch so blieebn .Wie geht es deiner Schulter (OP)?

  3. Hans Witteborg

    Pferd und Katze sind nun mal
    als Stallgefährten ideal.
    Wer Mäuse jagt, die Pferde schrecken
    darf ich getrost im Stroh verstecken.

  4. Ursula Geier

    Hallo Margit, hallo Hans

    freue mich, wenn euch meine Berichte gefallen. Bin wieder öfter hier, ist immer noch schwer, seit mein lieber Mann verstorben ist, aber es muss weiter gehen. Danke für eure Kommentare.

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