Gackern bringt Unglück

Ein Huhn war ´s Eierlegen leid,
verließ den Stall dann auch alsbald
Es sucht sich einen Zeitvertreib
entfloh der Enge in den Wald
Traf auch sogleich im Fremdrevier,
wie man dies wohl erwarten konnte,
ein seltsam pelziges Getier,
das sich auf einem Baumstumpf sonnte.
„Ei,“ dacht´ das Huhn, „den will ich wecken.
Der Faulpelz stiehlt doch Gott den Tag.
Ich werd´ mit Gackern ihn erschrecken,
ob er dann weiter schlafen mag“?
Ein Huhn hat nur ein kleines Hirn,
das sehr beschränkt die Welt erfaßt.
Was abläuft hinter seiner Stirn
in eine kleine Erbse paßt.
Der Fuchs, vom Jagdinstinkt getrieben,
fühlt sich wie im Schlaraffenland.
Nur Federn sind vom Huhn geblieben,
der Wind trug sie zum Waldesrand.
Man sieht, wie ´s Unerfahrenen geht,
die glauben Schabernack zu treiben*.
Nicht mal der Hahn nach ihnen kräht!
Darum läßt man es besser bleiben.

*sh. diverse Femen

563067_web_R_B_by_Rudolpho Duba_pixelio.de

 

 

 

 

 

 

 

 




Autor: Hans Witteborg

Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/


Fotograf/Künstler: © Rudolpho Duba / www.pixelio.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2014/01/06/gackern-bringt-unglueck/

2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 6. Januar 2014 at 09:19
    • Antworten

    Ein Ausflug in die weite Welt kann ganz schön gefährlich sein (schmunzel) – mit viel Ironie beschrieben !

    • W.R.Guthmann on 13. Januar 2014 at 20:37
    • Antworten

    Will man sich im Wald verstecken,
    soll man nicht die Füchse wecken.
    Haben die das Huhn gepackt,
    geniessen sie es splitternackt.
    Das ist wie in der Menschenwelt,
    doch kostet es den Tieren kein Geld.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.