Fliegenbitte

Gönnt doch dem kleinen Wintergast
Im warmen Zimmer Ruh und Rast.
Da draußen ist gar schlimme Zeit,
Es stürmt und regnet, friert und schneit.

Ach, mein Begehren ist nur klein,
Ich nehme wenig Raum nur ein!
Im Blumenbusch am Fenster hier,
Da such´ ich mir ein Nachtquartier.

Und wird es mir darin zu kalt,
So ist mein liebster Aufenthalt
Beim alten Fritzen auf dem Hut,
Da sitz´ ich sicher, warm und gut.

Und kommt der heil´ge Christ heran,
Dann freu´ ich mich wie Jedermann,
Weihnachten soll´s für mich auch sein,
Ein Kuchenkrümchen wird schon mein.

Drum lass die arme Flieg´ in Ruh,
Sie hat ein Recht zu sein wie du.
Nun, liebes Kind, nun freue dich
Und sei noch lustiger als ich!

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Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)




Fotograf/Künstler: © PeterA / www.pixelio.de

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1 Kommentar

  1. Ein Dankeschön an Fiona Hebrang, die mich mit diesem schönen Gedicht bekannt gemacht hat.

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