Auf dem Jakobsweg

Es ging die Wander-Stabheuschrecke
von Südtirol bis Santiago
de Compostela. Diese Strecke
ist ziemlich lang und schon am Lago
di Garda brach sie sich ein Bein.
Im Weg stand ihr ein Meilenstein.

Auf einem Pass der Pyrenäen,
da traf sie eine Pilgermuschel,
so kam’s beim flotten Weitergehen
zu manch Gekicher und Getuschel.
Bald schritt man durch das Baskenland,
nur rein symbolisch Hand in Hand.

Schon hörten sie die Wallfahrtsglocken,
begangen war der Jakobsweg.
Die Schrecke wechselte die Socken,
denn Fußschweiß ist ein Sakrileg.
Dann kniete sie sich betend hin,
die Muschel tat sich schwer darin.

Sankt Jakob aber sprach den Segen,
allein schon des Absurden wegen.

Stabschrecke-klein




Autor: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 11. Dezember 2013 at 08:09
    • Antworten

    Mir würden auch die Socken qualmen…darum meide ich den Jakobsweg. Man muss nicht jede „Mode“ mitmachen !

  1. Das Absurde schön bedichten,
    nur der Ingo kann es richten!!

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