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Der nächtliche Besucher

Unsern Hund manch Bösewicht meide,
doch tut er keiner Fliege was zu leide.
Nur einen gibt ´s auf dieser Welt,
bei dem sein Nackenhaar sich stellt.
Dieser eine ist dick und rund
und hat ein Schnäuzchen wie ein Mund.
Er kommt mit lautem Grunzen an,
da fürchtet sich manch Wandersmann.
Es ist keine Flunder, die flach wie ein Tiegel,
sondern dick und rund und nennt sich Igel.
Der Bursche glaubt, die Stacheln schützen,
doch bei unserm Hund tut das nichts nützen.
Der buddelt so auf die Schnelle
vor der Stachelkugel eine Delle.
Dort rein rollt er das Stacheltier,
bis der ihm zeigt den Bauch dafür.
Dann packt er ihn mit spitzer Schnauze
und wirft als Ball ihn auf die Plauze.
Weiter darf man gar nicht denken,
drum muss ich die Schritte lenken.
Der Igel lässt sich nicht verjagen,
deshalb darf ich ihn weiter tragen.
Viele haben sich schon erschreckt
und sich im Auto schnell versteckt,
wenn ich den Igel in die Freiheit setze,
dabei im Nachthemd bis zum Friedhof hetze.

2012 © Wolf-Rüdiger Guthmann




Autor: Wolf-Rüdiger Guthmann

wr.guthmann@web.de


Fotograf/Künstler: © Uwe Drewes / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Da hat der Igel aber Glück gehabt — und der Hund das Nachsehen.

  2. Hans Witteborg

    Mit ´nem Stachel in der Schnauze
    legt sich eher der Haund auf die Plautze

  3. W.R.Guthmann

    Jetzt, wo die Igel im Holz- oder Laubhaufen ihren Winterschlaf halten, kommt der Dachs und hinterlässt überall faustgroße Löcher, in denen er Würmer und Larven gesucht hat. Der Hund findet da keine Ruhe.
    Ich habe schon …..Ach, das ist eine ganz andere Geschichte. Hier müssen sich ja die Geschichten nicht reimen. Also schön neugierig bleiben.

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