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Hauspoet

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Lobgesang auf das Pferd

Es ist gestorben, hat gelitten,
wenn Völker sich im Kriege stritten.
Es zog den Pflug der Nahrung wegen,
rückt Baumstämme auf schmalen Stegen,
gespannt wurd ´s vor so manch Gefährt
ganz unverzichtbar war ´s das Pferd.

Sogar dem Bergmann mußt ´s begleiten
als „Sportgerät“ braucht man ´s beim Reiten,
ist hilfreich bei der Therapie –
jedoch gedankt hat man ´s ihm nie.

Man schlachtet es, es wird gegessen
auf ´s Leder ist man ganz versessen.
Man schimpft es Klepper, alte Mähre
als wenn ´s kein guter Freund mehr wäre.
Gedopt wird es – und man erfährt,
auf diese Art ist es mehr Wert(h)

Oh, Schlachtroß in dem wahrsten Sinn
wo führt der Mensch dich sonst noch hin?
Erst wenn der Mensch auf Schrauben beißt
in seiner Wurst, erkennt er meist:
wie sehr Maschinen ihn verdrängt,
den Fallada, der da nun hängt,

so übern Tor der Pferdeschädel
von jenem Tier, das einmal edel.
Als Gruß von manchen Mafia-Bossen
galt auch ein blutigen Kopf des Zossen.




Autor: Hans Witteborg

Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/


Fotograf/Künstler: © Dieter Schütz / www.pixelio.de

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1 Kommentar

  1. Margrit Baumgärtner

    Einen wundervollen und lebensnahen Lobgesang hast du gedichtet, Hans, da muss ich als Pferdenärrin aus tiefster Seele zustimmen. Das Pferd hat unter dem Menschen fürchterlich gelitten, das stimmt. Man kann sicherlich behaupten, dass es im Vergleich zu früher zumindest einem Teil der Pferde erheblich besser geht…aber man muss immer den Einzelfall betrachten. Detailgetreu nennst du auch versteckt den Fall „WERT(H)“ und die Dopingvorwürfe. Nun, auf die Dressurreiterin Isabell Werth scheint man sich gerade „eingeschossen“ zu haben. Denn sie ist sicherlich eine von den Reiterinnen, die keinem Pferd absichtlich Schmerzen oder Leiden zuführen würde…die Einzelheiten dieses Falles sind sehr viel komplizierter und sie gehen vor Gericht. Noch am letzten Samstag habe ich sie beim Turnier „German masters“ in Stuttgart reiten sehen und sie hatte auch dort den „jubelnden Rückhalt“ des Publikums. Zu Recht, wie ich meine. Es sind ganz andere Namen zu nennen, die im Reitsport das Pferd nur als Sportgerät benutzen….Und Tierquäler sind auch die Freizeitreiter, die ihr Pferd unversorgt, ohne Beschäftigung im Stall stehen lassen. Entschuldigung, ich verplaudere mich…..

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