Wertegesellschaft?

Ein Tigerbaby, das im Zoo ertrinkt
europaweit ist ´s einer Schlagzeile uns wert.
D E R Journalismus doch zum Himmel stinkt,
da läuft doch etwas sicherlich verkehrt!

Nicht, daß nicht zu bedauern wär,
wenn ein Geschöpf ertrinkt,
doch zu ertragen ist es schwer,
wenn täglich Hunderten ein gleiches
Schicksal winkt!

Einem kleinen Tiger – gerade erst geboren
scheint offenbar mehr Mitleid zu gehören
als allen Menschen, die ihr Leben so verloren.
Da kann man sich zu recht doch wohl empören!




Autor: Hans Witteborg

Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/


Fotograf/Künstler: © Dirk Röttgen / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. Ich denke, der Mensch ist nicht geschaffen dafür, „anonymes“ Leid nachvollziehen zu können. Erst wenn ein Geschehen personalisiert wird, kann man wirklich mitfühlen. Das ist nicht die Schuld des Journalismus, das ist eine Konstruktions-Eigenheit des Homo sapiens.

    Wenn die Medien die Flüchtlingsdramen am Beispiel eines zweijährigen Jungen aufmachen würden, wäre die Reaktion eine andere. „Das ist der kleine Joseph. Er hat seine ganze Familie verloren, als ihr Flüchtlingsboot vor Lampedusa unterging. Jetzt ist er ganz allein auf der Welt …“ Bei so einer persönlichen Geschichte wird nicht mit den Schultern gezuckt. Ratzfatz würden sich welche melden, die ihn adoptieren wollen.

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 17. Oktober 2013 at 08:37
    • Antworten

    Ich stimme Frau Nebel zu. Das Leiden von Menschen und Tieren an nur einem Tag ist so umfangreich, dass wir es als Ganzes nicht erfassen können und sollen, wir könnten sonst keinen Tag länger leben, ohne verrückt zu werden.
    Es liegt aber bei uns, die Wertigkeit zwischen verschiedenen Todesarten – ob Mensch oder ob Tier – persönlich zu treffen und zu relativieren. Natürlich sterben auch in freier Wildbahn viele neugeborene Tiere.

  2. Fettnäpfchen hin, Fettnäpfen her:
    mit solch weltweiten Schlagzeien tu ich mich schwer!

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