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Der eskortierte Hirschkäfer

(nach einer wahren Begebenheit)

Vor ein paar Jahren, es war Mitte Mai,
und diesen Morgen werd‘ ich nie vergessen,
hat sich einmal direkt an mir vorbei
ein Hirschkäfer bis in die Stadt verflogen.

Da an der Wand ist er gesessen, ungelogen,
als um ihn her schon Dohlen mit Geschrei
den Kreis bedrohlich immer enger zogen.
Mir war das stolze Tier nicht einerlei.

Was bleibt von diesem Frühstück einer Dohle –
vermutlich nicht viel mehr als das Geweih,
wenn nicht im Stau der Breisgau-Metropole
auf dem Asphalt alsbald ein Klümpchen Brei…

Indes, ganz ohne Schutz war unser Käfer nicht,
denn per Gesetz ist ihn zu schützen
doch jedem Bürger und Beamten Pflicht.
Gleich sehen wir, ob Paragraphen nützen.

Schnurstracks trug ich das Tier zur Polizei
und sogleich startete eine Eskorte
vom Revier Süd und an des Waldrands Pforte
gab sie den seltenen Vogel frei.




Autor: Klaus-Ulrich Geis

kontakt@kaeferklaus.de
www.kaeferklaus.de


Fotograf/Künstler: © tina0361 / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. Edith Nebel

    Huch! Das muss man den Polizisten erst mal klarmachen können, dass dieses nötig sei. Die werden doch gedacht habe, sie werden veräppelt!

  2. Margrit Baumgärtner

    Das ist ja eine außergewöhnliche Begebenheit….dem Käferschützer gebührt Lob für seinen Einsatz und auch für dieses sehr gelungene Gedicht !

  3. Hans Witteborg

    Die Polizei, die wirklich nützt,
    die Käfer nicht die Menschen schützt!

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