Spiegelbilder

Ein Nilpferd namens Millemek
spaziert einmal am Teiche.
Da sieht der Ärmste- ach du Schreck
im Wasser eine Leiche.

Er rennt nach hause wie der Blitz
um seine Frau zu holen.
Die hält das ganze für nen Witz.
„Du willst mich wohl verkohlen?“

Die beiden rennen wie gehetzt
schnell zu dem Teich hinaus.
Der Millemek schreit ganz entsetzt:
„Jetzt sind es zwei- oh Graus!

Zwei Leichen in dem Teiche dort
das ist ja kriminell.
Was ist das für ein schlimmer Ort
bloß weg hier, aber schnell!“

Sie amüsiert sich königlich
und sagt : “ Du dummes Tier!
Uns ‚re Bilder spiegeln sich
im Wasser – das sind wir!“




Autor: Heike Diehl

diehlheike4@gmail.com


Fotograf/Künstler: © Ruth Rudolph / www.pixelio.de

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3 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 19. September 2013 at 08:21
    • Antworten

    Ein witziges Gedicht von der „Selbsterkenntnis“—prima gelungen !

  1. Als ich mal spät abends allein in der Bank war, bei der ich gearbeitet habe, habe ich auch eine Sekunde lang mein Spiegelbild in der Verglasung des Kassenraums für einen Einbrecher gehalten. 😀

  2. Ans Spiegelbild oft schon gewöhnt,
    so manche Frau den Mann verhöhnt,
    da dieser ohne eitlen Sinn,
    schaut kaum zum Spiegelbilde hin!

    Das hat die Heike wunderbar erkannt.

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