Dohle sein!

Die Dohle empfiehlt sich den steigenden Lüften,
die sonnengesättigter Felsstein entsendet.
Sie fliegt nicht, sie segelt, schenkt Graten und Klüften
ihr Augenmerk, spielt, bis das Tageslicht endet.

Wer möchte nicht Dohle sein, Adler, Braunelle
und scheinbar gelöst von dich bindenden Kräften?
Wer möchte nicht schweben in gleißender Helle,
den Blick weit von oben auf Bergrücken heften?

Die Dohlen erkennen die Schönheit und schenken
sich Muße in späten, verbleibenden Stunden.
Ein Nicken der Feder, ein winziges Schwenken
genügt für erbauliche, sorglose Runden.




Autor: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


Fotograf/Künstler: © Petra Dirscherl / www.pixelio.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2013/09/10/dohle-sein/

1 Kommentar

  1. Das Gedicht korrespondiert diametral zu meinem Gedicht
    Frei wie ein Vogel?

    so muß das sein

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.