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Gressmann

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Hühnergeschichten

Imse, die Hauskatze, ist heute früh aufgestanden. Die Eule ist gerade von ihrer erfolgreichen Jagd zurück gekommen. Lautlos schwebt sie über dem großen Apfelbaum. Hu, huhu, ruft sie Imse zu. Imse versteckt sich unter dem alten Tisch. „Besser ist besser“, denkt sie und legt den Schwanz um die Vorderpfoten.

Lorenz, der bunte Hahn hat ausgeschlafen und kräht laut. Suse, Kathinka und Tante Friedel, die Hühner kommen leise gackernd die Hühnerleiter heruntergeklettert. Sie sind traurig. Luise fehlt ihnen. Gestern, eine Wolke hatte sich vor die Sonne geschoben und es fing gerade an zu regnen, stieß blitzschnell der Habicht herab – und Luise war verschwunden. Nur noch ein Häufchen Federn lag im Hof. Jetzt haben alle Hühner Angst. Lorenz muss auf sie aufpassen. Er hat versprochen, wenn die Hühner draußen sind, den Himmel zu beobachten und sie zu warnen, wenn der Habicht als kleiner schwarzer Punkt am Himmel erscheint.

Heute müssen Jan und Falk, die beiden Jungen, nicht zur Schule gehen. Stattdessen bauen sie mit dem Vater eine Habichtfalle. Den ganzen Vormittag über dauert das. Beinahe vergessen die drei zum Mittagessen zu gehen, aber die Habichtfalle ist fertig. In der Mitte der Habichtfalle befestigt der Vater ein Federbüschel. Es sieht aus, als sei ein Küken darin. Damit soll der Hühnerräuber angelockt werden. Mitten im Hof wird die Habichtfalle aufgestellt.

Alle gehen ins Haus, denn es hat wieder angefangen zu regnen. Lorenz und seine Hühner spazieren noch eine Weile im Regen herum, dann klettern sie die Hühnerleiter empor und ins Hühnerhaus hinein. Kuschelig warm ist es in ihren Nestern. Tante Friedel, Suse und Kathinka machen sich daran, schnell noch zum Abendessen für die Familie ein Ei zu legen. Lorenz hält ein Nickerchen.

Draußen, auf dem Hof, schleicht eine schwarze Katze zum Hühnerhaus. Sie kennt es, weil sie darin geschlafen hat, als die Hühner im Winter in der Garage wohnten. Sie stutzt. Was ist das? Futter in einem kleinen Haus? Einen großen Satz macht sie. Klapp, der Deckel schlägt zu. Die schwarze Katze ist gefangen.

Am Morgen weckt die Mutter die Kinder und den Vater und ruft: „Schaut, was für einen komischen Habicht wir gefangen haben!“




Autor: Ursula Gressmann




Fotograf/Künstler: © Ursula Gressmann / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Hühnerdiebe haben viele Gesichter…..!
    Liebe Wochenendgrüße von Margrit

    1. Ursula Gressmann

      Liebe Margrit,
      Jemand erzählte mir tatsächlich von seiner Lebendfalle für Habichte, die regelmäßig seine Hühnerschar dezimiert hatten. Nur – er fing keinen Habicht, geschweige denn Habichte – aber alle Katzen von seinen Nachbarn.
      Liebe Grüße von Uschi

  2. Hans Witteborg

    Eine schöne Geschichte!
    Macht Maus-u- Katzmär nun zunichte!

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