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Hauspoet

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Waldameise und Perspektive

Die Perspektive ist verschoben
sieht man von unten oder oben.
Zwischendrin ist gar nichts bloß
ohne Aussicht – eben perspektivlos.

Nehmen wir mal beispielsweise
die Lebensart der Waldameise.
Sie nimmt nur hell und dunkel wahr
bewegt sich vorwärts mit Tasthaar´.

Auch folgt sie dabei immerhin
ihrem ausgeprägten Geruchssinn,
der sie auf Duftstraßen gut leitet
und durch die Wanderung begleitet.

Sie baut und schleppt das Vierzigfache
ihres Gewichts. Ist ihre Sache –
so mag der Mensch sein Urteil fällen.
Ich aber möchte dies erhellen:

Wer nur am Boden und halb blind
nie höhere Perspektiven find´
für den wird es im ganzen Leben
nur niedrige Sklavenarbeit geben!

Die Nützlichkeit ist unbestritten,
wenn Perspektiven nicht beschnitten.
Für alle anderen ist ´s ein Fluch,
folgt man nur fauligem Geruch!




Autor: Hans Witteborg

Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/


Fotograf/Künstler: © Berwis / www.pixelio.de

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2 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Ein kraftvolles, fleißiges Tierchen – sehr „erhellend“ beschrieben, Hans!

  2. edithtg
    edithtg

    So – und jetzt stimmt auch der Urheber. Ich hatte mich bei der Autorenzuordnung verklickt.

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