Wilde Bestie

Sein stumpfes Fell ist stellenweise kahl,
erdrückt im braunen Rost der Gitterstreben,
gewiss, daraus wird`s kein Entrinnen geben!
Der einst so kühne Blick gequält und schal.

Am Unterbauch, dort wo `s Gedärme sitzt,
postierte man den Schlauch zur Gallenblase,
damit er täglich sich gut „melken“ lasse,
dafür hat man den Pelz ihm aufgeschlitzt.

Ein Stich ins Mark, solch` ungeheurer Schmerz!
Für Kraft, Gesundheit männlicher Chinesen
tägliche Folter ihm, dem nied `ren Wesen!
Nach jedem Zapfen stirbt ihm fast das Herz.

Gebroch`nen Auges Anklage er brummt,
gegen verdreckte, graue Kerkerwände,
daß diese Marter doch ein End` bald fände,
bevor sein Stolz für immer ganz verstummt.

Gott gab uns die Natur, auf dass wir sie
vernunftbegabt und mit Respekt einnehmen.
Bestie Mensch – DU solltest dich was schämen,
solch niedersinnig` Raubtier gab es nie!

© Carmen S.




Autor: Carmen Siebke

carmen290461@yahoo.de


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2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 30. Mai 2013 at 07:30
    • Antworten

    Das „Raubtier Mensch“ schafft unglaubliche Qualen !
    Wann muss er selbst für diese Taten zahlen…..?

  1. Das ist sehr eindrucksvoll beschrieben. Ein Gedicht wie eine gemeißelte Mahnung!

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