Metamorphose des Denkens

Der Raupe ist die Zukunft fremd,
sie frisst sich sorglos durch den Tag,
sieht hin und wieder Schmetterlinge,
bewundert Farben, Tupfen, Ringe,
wär liebend gern von diesem Schlag,
daneben ist sie guter Dinge
und wechselt ab und zu ihr Hemd.

Es folgt bewusstseinsarme Zeit
als zähe Masse in Chitin.
Dann zählt sie zu den Schmetterlingen
mit oben schon erwähnten Ringen,
schaut nunmehr auf die Raupen hin,
die ekelhaft ins Auge springen
als Anblick der Erbärmlichkeit.


Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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1 Kommentar

  1. Wenn man es geschafft hat, dann schaut man voll Verachtung auf die Zurückgebliebenen!

    Diesmal interpretiere ich dein Gedicht. Es gibt offensichtliche Paralleen zum wirklichen Leben.

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