Maiwiesenfest (für Kinder gedacht)

Zum Ball der Wiesenharlekine,
des Schmetterlings, der Honigbiene
gilt’s einen Festsaal zu bereiten.
Den Aufputz darf der Mai bestreiten.

Es ist dem Wonnemond ein Leichtes.
Zum Tanz der Wiesengaukler reicht es,
das Meer der ungezählten Blüten
vor tiefem Wolkenhang zu hüten.

Erst sammeln sich die Musikanten,
voran die schwarzbefrackt galanten,
Viola-Grillen und die Hummeln,
die zirpen, schnarren, summen, brummeln.

Ein Käfer wählt die Ackerwinde,
der Schillerfalter mit Gesinde
hält Esparsetten-Blattgefieder
als Logenplatz für allzu bieder.

Ihn reizen eher Akeleien,
die stehen in den ersten Reihen,
so muss das Heupferd zum Bedauern
auf einem Stern des Bocksbarts kauern.

Dann geht es los, zum Auftakt schellen
die Glockenblumen, Schrecken schnellen
in weiten Sprüngen über Disteln,
versprengte Mückenschwärme fisteln.

Des Regenwurmes Hinterende
gibt flott den Takt an, ohne Hände
ein Meisterstück zum Schluss. Wie schade,
denkt müde schon die Schaumzikade.



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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3 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 27. Mai 2013 at 09:21
    • Antworten

    Als „großes Kind“ habe ich diese Zeilen mit Bewunderung genießen können !

      • Rosmaringo
      • Ingo Baumgartner on 27. Mai 2013 at 09:35
      • Antworten

      Herzlichen Dank, Margrit. LG Ingo

  1. Man muß kein Kind sein, um dies Gedciht zu mögen!

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