Sauwohl

Ein Wildschwein sieht sein Spiegelbild
mit Wohlgefallen an der Tränke.
„Ich bin ein Schwein und wirke wild,
korrektes Aussehn, wie ich denke,
Es soll so bleiben, wie es ist“.
Euphorisch fast, die Selbstbetrachtung.

Gedanken ähnlicher Genese
bewegen dieses Tier. Ich trau
in gleichem Maße nun der These:
Das Wildschwein fühlt sich wohl als Sau,
was mancher Mensch als Mensch vermisst.
Wir gönnen ihm die Eigenachtung.



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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6 Kommentare

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    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 23. Mai 2013 at 07:24
    • Antworten

    Diese selbstzufriedene Eigenachtung im Spiegelbild gilt, wie neueren Forschungen zu entnehmen ist, vor
    allem für die männlichen Exemplare beim homo sapiens (schmunzel)…die „Weibchen“ neigen dagegen
    zu übertriebener Selbstkritik und „Nörgelei“! Ob es diese Unterschiede auch bei den Wildschweinen gibt,
    wer weiß…?!

      • Rosmaringo
      • Ingo Baumgartner on 23. Mai 2013 at 09:31
      • Antworten

      Wie es beim weiblichen Schwarzwild steht, muss ich erst näher ergründen. 😀 😀 Danke, Margrit LG Ingo

  1. In ehrlicher Eigenbetrachtung kann sich der Mensch nicht menschlich fühlen oder betrachten.
    Fein geschrieben , Ingo!

      • Rosmaringo
      • Ingo Baumgartner on 24. Mai 2013 at 11:24
      • Antworten

      Du hast Recht, Hans, so ist es. Danke. LG Ingo

  2. Mancher Mensch fühlt sich auch als Sau ganz wohl.

      • Rosmaringo
      • Ingo Baumgartner on 24. Mai 2013 at 11:25
      • Antworten

      😀 😀 😀 – eine nicht zu widerlegende Erkenntnis! LG Ingo

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