Ruhe vor dem Ansturm

Die Schilfhalme rascheln, die Ralle erwacht.
Kein wippendes Wellchen, kein Windstrich, kein Rühren
erblindet den Spiegel, der See will mit Pracht
den blaugrünen Morgen ins Tageshell führen.

Maßliebchen versehen das Junggras mit Augen,
es nimmt keine Klinge ihr frohes Gesicht.
Erlaubt ist des Schmetterlings träumendes Saugen,
die Luft ist noch lau und noch milde das Licht.

Die Tage der Stille nach Eishauch und Schnee
gehören dem Blässhuhn, im Röhricht der Renke.
Gemälde vom frühjahrsmüd gähnenden See
sind nur für das Auge gedachte Geschenke.



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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4 Kommentare

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    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 15. April 2013 at 09:21
    • Antworten

    Unschlagbar schön !

      • Rosmaringo
      • Ingo Baumgartner on 16. April 2013 at 08:08
      • Antworten

      Freut mich, Margrit, wenn dir „die Ruhe“ gefällt. Danke LG Ingo

  1. Und auch das Gedicht ist ein Geschenk an die Leser. Ingo isch schließe mich dem Kommentar von Margrit uneingeschränkt an!

      • Rosmaringo
      • Ingo Baumgartner on 16. April 2013 at 08:09
      • Antworten

      Hans, wenn es als Geschenk betrachtet wird, dann schenke ich gerne. Vielen Dank LG Ingo

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