Der aufgeblasene Truthahn

Er steht ganz stolz am Gartenzaun,
mal ist er schwarz, mal dunkelbraun.
Ganz aufgeblasen ist sein Kleid,
doch wehe, wehe, wenn er schreit.

Dann pustet er mit aller Kraft,
all das heraus, was er so schafft.
Die Hühner werden leise dann,
hier will er sein der stärkste Mann.

Truthähne gibt’s auch anderswo
und rufen tun sie ebenso.
Sie sind mal Chef, mal stolze Leute
und stellen sich vor ihre Meute.

Sie blasen sich wie Tüten voll
und finden sich wer weiß wie toll.
Oft spielen sie den starken Maxe
und reden fort in einem Satze.

Ein solcher Hahn an Menschenort,
der macht sich größer immerfort.
Er glaubt, er sei ganz wichtig,
und ohne ihn lief gar nichts richtig.

Zuhause geht die Macht ihm aus,
er traut sich kaum aus sich heraus.
Die Frau hat hier die Hosen an,
regiert mit Stolz den kleinen Mann.

© Hans- Werner Kulinna




Autor: Hans- Werner Kulinna

hanswernerkulinna@gmx.de


Fotograf/Künstler: © en:User:Lupin / Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Dieses Werk darf von dir verbreitet werden – vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, neu zusammengestellt werden – abgewandelt und bearbeitet werden zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung – Du musst den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen (aber nicht so, dass es so aussieht, als würde er dich oder deine Verwendung des Werks unterstützen). Weitergabe unter gleichen Bedingungen – Wenn du das lizenzierte Werk bzw. den lizenzierten Inhalt bearbeitest, abwandelst oder in anderer Weise erkennbar als Grundlage für eigenes Schaffen verwendest, darfst du die daraufhin neu entstandenen Werke bzw. Inhalte nur unter Verwendung von Lizenzbedingungen weitergeben, die mit denen dieses Lizenzvertrages identisch, vergleichbar oder kompatibel sind.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2013/03/19/der-aufgeblasene-truthahn/

2 Kommentare

  1. Beim Stichwort „aufgeblasener Truthahn“ fällt mir immer eine Strophe eines jiddisches Liedes ein. In dem Lied geht’s darum, wie bei einer Hochzeitsgesellschaft über die gesamte Verwandtschaft abgelästert wird. Unter anderem ist da der Vetter Mindik, der sich wie ein Truthahn (Indik) aufbläst. Hab jetzt tatsächlich den Text online gefunden. Mit Übersetzung, natürrrlich:

    Original:

    ot geyt der feter Mindik,
    vos hobn mir getsindigt, shat nor shat !
    er blozt zikh vi an indik,
    shpilt a lidele dem khosns tsad.

    Übersetzung:

    Da kommt der Vetter Mindik,
    wie haben wir ihn geärgert, „pst“, Ruhe !
    Er bläst sich auf wie ein Truthahn,
    spielt ein Lied den Angehörigen des Bräutigams.

    Quelle: http://www.klesmer-musik.de/mechutonim_gejn.htm

  2. Beides Toll, 1. Gedicht.2. Der jiddische Text samt Übesetzung

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.