Der kleine Vogelfänger

Wart‘, Vöglein, wart‘! Jetzt bist du mein,
Jetzt hab‘ ich dich gefangen,
In einem Käfig sollst du jetzt
An meinem Fenster hangen!

»Ach, lieber Bube, sag‘ mir doch,
Was hab‘ ich denn begangen,
Dass du mich armes Vögelein,
Dass du mich hast gefangen?« –

Ich bin der Herr, du bist der Knecht:
Die Tiere, die da leben,
Die sind dem Menschen allzumal
Und mir auch untergeben.

»Das, lieber Bube, glaub‘ ich nicht,
Das sollst du mir beweisen!« –
Schweig‘ still, schweig‘ still! sonst brat‘ ich dich
Und werde dich verspeisen! –

Der Knabe rannte schnell nach Haus,
Da fiel er von der Stiegen.
Das Vöglein flog zum Haus hinaus
Und ließ das Büblein liegen.




Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)




Fotograf/Künstler: © Jerzy / www.pixelio.de

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2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 6. März 2013 at 09:31
    • Antworten

    Das finde ich prima, wenn man bei den „Klassikern“ nette Tiergedichte findet. Gern gelesen!

  1. Ich sage nur: auch damals schon!

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